13.08.2014 10:11
Quelle: schweizerbauer.ch - Susi Rothmund
Graubünden
Landmaschinen-Oldtimer-Treffen zog die Massen an
Traktoren und andere Landmaschinen sorgten für einen Besucheransturm. Rund 5000 Personen zählten die Veranstalter.

«Wir pflegen und erhalten Kulturgut», stellt ein Liebhaber der alten Landmaschinen am Brigelser Oldtimer-Treffen fest. Organisiert wurde der Anlass von den «Freunden alter Landmaschinen Surselva». Traktoren und andere Landmaschinen aus vergangenen Zeiten waren auf dem Militärgelände ausgestellt.

Da gab es zum Beispiel rote, grüne und graue Hürlimann-Traktoren neben Marken wie Ford, Schilter, Motrac, Birchmeier, Merk oder Porsche. Sogar einige Auto-Traktoren aus Kriegszeiten zogen die Aufmerksamkeit der rund 5000 Besucherinnen und Besucher auf sich.

Diesel im Blut

Karl Mittner präsidiert den Verein der «Freunde alter Landmaschinen Surselva» mit 35 Mitgliedern. «Die Faszination für diese Maschinen zu beschreiben, ist schwierig, man muss es fühlen», erklärte der passionierte Oldtimerbesitzer. Es sei schön, die alte Technik am Leben zu erhalten und wieder zum Laufen zu bringen. Seine Traktoren restauriert Mittner grösstenteils selbst.

«Man muss wohl ein Idealist und ein bisschen ein Spinner sein, um dieses Hobby auszuüben», meinte er und fügte lachend an: «Wir haben halt Diesel im Blut.» Sogar seiner neunjährigen Tochter hat er bereits einen Traktor geschenkt. Bis das Mädchen diesen fahren darf, muss es aber noch einige Jahre warten.

Seinen schmucken, blauen Ford 3000 lieh Mittner dem Ehrengast Nationalrat Martin Candinas für die Traktoren-Rundfahrt durch Brigels. Als Vorbereitung durfte dieser schon vorab einen halben Tag üben und eine Ausfahrt ins Grüne machen. Während seiner Ansprache beschrieb Candinas diese als unbeschreibliches Erlebnis: «Ich hätte nie gedacht, dass eine Oldtimer-Traktorfahrt so faszinierend sein kann, auch wenn das Tempo für einmal schön gemächlich war.» Auf jeden Fall konnte Martin Candinas versichern, dass er zu einem kleinen Traktorfan geworden sei.

Kollegen aus Trimbach

Zwischen 20 und 30 Kilometer pro Stunde fahren die alten Traktoren. «Schneller zu fahren wäre gefährlich», erklärte Mittner und fügte an, dass gerade dieses gemächliche Tempo allgemein entschleunigend wirke und die alltägliche Hektik vergessen lasse. «Diese Erfahrung muss man selbst machen, sonst ist es schwierig, unsere Faszination zu verstehen.»

Über das Hobby, Oldtimer zu restaurieren und zu besitzen, lerne man viele Gleichgesinnte kennen und könne auch Freundschaften über grössere Distanzen pflegen, sagt Mittner, der in einer Bauernfamilie in Trimbach SO aufgewachsen ist. So waren sogar einige seiner Freunde aus seinem Heimatdorf mit ihren Traktoren über den Gotthard und dann nach Brigels gefahren. Diese waren rund zwölf Stunden unterwegs.

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