9.12.2015 16:45
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Tränker
Ab Januar: Richtpreise für Tränker
Unter der Federführung des Schweizer Bauernverbandes (SBV) werden ab Anfang 2016 wöchentlich Richtpreise bei den Tränkekälbern publiziert. Der Verband erhofft sich damit verbesserte Preistransparenz.

Diese Massnahme ist eine Ergänzung zum gefällten Beschluss, die Tränker mindestens 21 Tage auf dem Geburtsbetrieb zu behalten. Die Erhebung der Preise bei ausgewählten Geburtsbetrieben, Viehhändlern und Mastbetrieben erfolgt durch die Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, der Proviande. Die „ausgewählten“ Betriebe und Händler werden aber nicht genannt. Vollständige Transparenz herrscht damit nicht.

Positive Testphase

Die Proviande wird die Richtpreise jeweils am Donnerstag veröffentlichten. Die erste Publikation wird am 7. Januar 2016 erfolgen. Das Preiserhebungssystem soll nach sechs Monaten einer Evaluation unterzogen werden. Die Richtpreise werden in den Kategorien AA (Mastrassentypen) bis C (Wurstkalb) erhoben.

Eine Arbeitsgruppe der Proviande hat als ersten Schritt im September 2015 beschlossen, dass Tränkekälber grundsätzlich mindestens 21 Tage auf dem Geburtsbetrieb bleiben müssen. Dabei wurde auch Massnahmen zur Verbesserung der Preistransparenz bei Tränkern beschlossen. Zwischen August und November 2015 wurden die Tränkerpreise im Rahmen einer Testphase erhoben. „Aufgrund der positiven Resultate hat die Arbeitsgruppe beschlossen, das System der Preiserhebung für die Tränker definitiv einzuführen“, heisst es im Communiqué des Schweizer Bauernverbandes.

"Milchviehbetriebe schätzen Markt korrekt ein"

„Das System der Richtpreiserhebung hat sich beim Schlachtvieh bewährt“, erklärt Martin Rufer, Leiter Produktion, Märkte und Ökologie vom Schweizer Bauernverband, gegenüber schweizerbauer.ch. Deshalb werde dieses auf die Tränker adaptiert. Die Namen der Milchviehbetriebe, der Händler und der Mastbetreibe würden bewusst nicht veröffentlich. „Damit wollen wir verhindern, dass die Preismelder unter Druck gesetzt werden“, hält Rufer fest. „Ich bin überzeugt, dass die teilnehmenden Milchbetrieb den Markt korrekt einschätzen werden“, so Rufer weiter.

Der gemeldeten Preise von Milchviehbetrieben, Händlern und Mästern werden je zu einem Drittel gewichtet. Daraus wird der Richtpreis abgeleitet. Die ausgewählten Betriebe werden von der Proviande ausgewählt. Die Preismelder melden einerseits die realisierten Preise der laufenden Woche und andererseits die Preiserwartung für die kommende Woche. „Letzteres ist für den Markt wichtiger“, betont Rufer gegenüber schweizerbauer.ch. Veröffentlicht werden die Preise am späteren Donnerstagnachmittag.

Arbeitsgruppe Tränkekälber

In der vom SBV geleiteten Arbeitsgruppe haben die Schweizer Milchproduzenten, der Schweizer Viehhändler-verband, der Schweizer Kälbermästerverband, Swiss Beef CH, die Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rindviehzüchter und die Interessengemeinschaft öffentliche Märkte und die Proviande mitgewirkt.

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