4.06.2020 10:28
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Detailhandel
Coop: Wenig Schweiz in Karma-Shop
Coop hat am Donnerstag in der Stadt Bern den zweiten Karma-Shop für vegetarische und vegane Produkte eröffnet. Der «Schweizer Bauer» hat sich im Laden umgesehen und stellt fest: Die Schweizer Landwirtschaft kann dafür nur wenige Bio-Produkte liefern.

An bester Lage in der Berner Innenstadt, am Bahnhof beim Hotel Schweizerhof, wo Tausende Passenten vorbeiströmen, hat der Detailhandelsriese am Donnerstag seinen schweizweit zweiten Karma-Shop eröffnet. Karma ist die Eigenmarke von Coop für vegetarische und vegane Produkte, insbesondere für Fleischersatzprodukte auf pflanzlicher Basis. 

Fleischersatz ist zentral

Der Laden bietet eine Kaffee- und Teebar, frische Snacks und Smoothies (Frucht- und Gemüsesäfte) und rund 40 Lebensmittel wie Nüsse und Quinoa in Schüttbehältern, sodass man davon so viel abfüllen, wie man will. Am prominentesten platziert sind die Fleischersatzprodukte, das heisst, die Plätzli und Würste, die wie solche aussehen, aber nicht aus Fleisch sind, sondern aus pfanzlichen Zutaten hergestellt worden sind, zum Beispiel auf der Basis von Soja oder Kichererbsen. Diese Rohstoffe stammen zu 99% oder 100% aus dem Ausland. 

Nur Eisberg und Zucchetti aus Schweiz 

Bei Nüssen und Müeslimischungen ist es Standard, dass sie aus dem Ausland kommen. Doch die getrockneten Schweizer Cassisbeeren unter der «Super-Food»--Linie «Bio Campiuns» fanden einen Platz, wenn auch ganz oben im Regal, wo nur grossgewachsene Menschen sie sehen. Beim Gemüse ist es anders, da hat ja die Schweiz traditionell viel zu bieten. Es fielen aber beim Ladenbesuch in Bern einzig der Bio-Eisbergsalat mit dem Bio-Suisse-Label (mit Schweizer Kreuz) und die Bio-Zucchetti aus der Schweiz auf, sonst waren die Früchte exotisch und auch das Gemüse importiert. 

Schweiz ist am Boden platziert

Auch beim Wein stehen mehrheitlich ausländische Bio-Weine im Regal, der Naturtalent-Solaris von Roland Lenz aus dem Thurgau mit dem Bio-Suisse-Label ist allerdings gut platziert, der konventionelle Schafiser Wein vom Bielersee ist aber ganz unten in der Bückzone platziert und deshalb kaum sichtbar.

Das Gleiche gilt für die Schweizer Bio Vollmilch, auf Blickhöhe sind stattdessen die Drinks aus Soja und Kokos und viel Wasser platziert. Ebenso ist es bei den Joghurts, wo der Karma-Shop in der Platzierung die Alternativen aus Soja oder Kokos betont, während die Schweizer Bio-Joghurts schlecht platziert sind. 

Tee- und Chipsspezialitäten aus Schweiz 

Bei den Kartoffelchips hat es vor allem ausländische Spezialitäten, aber doch auch ganz am Boden die Schweizer Rosmarin-Chips mit Knospe-Label inklusive Schweizer Kreuz. Der Tee ist wie überall vorwiegend importiert, immerhin sticht der Schweizer Tee aus dem Val Poschiavo wegen der auffälligen «Pro-Montagna»-Verpackung hervor.  

Mehr Import wegen Bio

Weil der Laden fast nur Bio-Produkte im Angebot hat, kann man keine Brote und kein Mehl aus reiner Schweizer Produktion kaufen. Sondern nur solches unter der Import-Knospe ohne Schweizer Kreuz, was zeigt, dass mindestens 10% des Mehles aus ausländischem Bio stammt. Ein Kilo reines Schweizer Mehl oder ein Brot aus reinem Schweizer Mehl sind im Karma-Shop nicht zu kaufen.

Wer einen Eistee will, kann nur einen Bio-Eistee kaufen, und dort ist es dann wieder so, dass mit allergrösster Sicherheit der verwendete Bio-Zucker aus ausländischem Rohstoff ist. Bekanntlich gibt es nur ganz wenig Bio-Zucker aus der Schweiz, weil dafür sehr viel gejätet werden muss (100 bis 200 Stunden pro Hektare), sodass sie viele Schweizer Biobauern für nicht rentabel genug halten. 

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