8.06.2020 09:21
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Cremo erhöhte Milchpreis
Der Freiburger Milchverarbeiter schloss das Geschäftsjahr 2019 mit einem Gewinn von 415'000 Franken ab. Zudem hat das Unternehmen nach eignen Angaben den Milchpreis um 8,5% erhöht.

Der Umsatz steigerte Cremo auf 491,8 Millionen, das waren 16,6 Millionen mehr als im Vorjahr. Das Ergebnis vor Abzug der Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) beträgt 18,7 Millionen Franken, das sind 5,7 Millionen mehr als 2018. Nachdem Cremo zwei Jahre lang einen Verlust auswies, gelang 2019 die Wende.  Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 415'000 Franken. Die Eigenmittelquote liegt bei 57%

Bessere Bedingungen beim Proteinexport

Auf dem Binnenmarkt gab es bei den Mengen trotz leichter Preisverbesserungen unterschiedliche Entwicklungskurven, schreibt Cremo im Geschäftsbericht. Aufgrund der Knappheit von Rahm und Milch sank die Herstellung von Butter, während die Verkaufszahlen von Milch und Getränken sowie Käse zunahmen.

Cremo konnte im vergangenen Geschäftsjahr von besseren Bedingungen für den Proteinexport profitieren. Der Milchverarbeiter führt den Anstieg der Magermilchpulverpreise auf den internationalen Märkten. Dies hat auch positive Auswirkungen für die Produzenten.

Weniger Milch verarbeitet


«Dank den höheren Einnahmen aus dem Exportgeschäft und den positiven Effekten der Nachfolgelösung des «Schoggigesetzes» legte der durchschnittlich ausbezahlte Milchpreis während des vergangenen Geschäftsjahrs um 8,5% bzw. 4,8 Rp./kg Milch zu», schreibt Cremo in der Mitteilung.

Die verarbeitete Milchmenge ist hingegen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr sank diese um 3,4% (14 Mio.kg) auf 393 Millionen Kilo. Dieser Rückgang betrifft jedoch nicht alle Milchkategorien. Die Einlieferungen bei der Silomilch gingen um etwa 15,6 Mio. kg auf 342 Mio. kg zurück, während die Mengen an silofreier Milch auf 35,2 Mio. kg und Biomilch auf 15,5 Mio. kg stiegen.

Neue Infrastrukturen

«Der starke Mengenrückgang bei der Silomilch steht im Kontrast zur positiven Entwicklung des an die Produzenten bezahlten Durchschnittspreises», schreibt Cremo.

Im Bereich der industriellen Infrastruktur fällt das Jahr 2019 mit dem Abschluss zahlreicher Projekte zusammen, so Cremo. Dazu gehören beispielsweise die Inbetriebnahme des neuen Trocknungsturms in Villars-sur-Glâne, die Installation einer zweiten Abfüllanlage für Tetrapackungen und die Kapazitätserhöhung der Jogurtzubereitung am Standort Mont-sur-Lausanne. 

Neuer Chef ab Juli

Ein Wechsel steht Cremo Ende Juni bevor. Paul-Albert Nobs wird nach 25 Jahren an der Spitze das Unternehmen verlassen und in Rente gehen. Nobs habe Cremo grundlegend umgebaut. Die Milchverwertung sei kontinuierlich optimiert und das Milchsammelgebiet erheblich ausgeweitet worden. Hervé Perret wird die Nachfolge von Nobs antreten.

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