12.10.2016 16:24
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Detailhandel
Einkaufstourismus rückläufig
Der Höhepunkt des Einkaufstourismus dürfte erreicht sein. Wie die «Handelszeitung» in einer Vorabmeldung mitteilt, sind die die Zahlungen von Schweizer im grenznahen Raum rückläufig.

«Die Daten von 2015 sind nicht mehr zu erreichen, der Höhepunkt bezüglich der Schweizer Einkaufsvolumina bei uns ist erreicht», sagt Handelsexperte Bertram Paganini von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee in Konstanz, gegenüber der «Handelszeitung».

Nur in Basel noch leicht steigend

Die Mehrwertsteuerzahlungen, die Schweizer bei der Einfuhr ihrer Einkäufe machten, sind im erste Quartal 2016 landesweit um 3,4 Prozent gesunken. Dies geht aus den Zahlen der Zollverwaltung hervor. Beim Übergang in Emmishofen TG (-18%) und Kreuzlingen TG (-10%) haben sich die Einnahmen deutlich zurückgebildet. In Riehen BS sind die Einnahmen des Zolls gar um 31 Prozent gesunken.

Der Rückgang wird untermauert durch eine Auswertung des Zahlungsverarbeiters SIX Group. Dieser hat die Zahlungen von Schweizern mit der Maestro-Karte über mehrere Jahre analysiert. Erstmals seit 2012 waren die Kartenumsätze in Konstanz im ersten Halbjahr 2016 rückläufig, auch in Genf und im Tessin zeigt sich ein ähnliches Muster. Lediglich in Basel haben die Umsätze leicht zugenommen.

Experte Paganini führt dies einerseits auf einen Sättigungseffekt zurück. Andererseits würden sich die Preisabschläge der hiesigen Detailhändler nun auswirken. «Discounter wie Aldi und Lidl spielen eine grössere Rolle, Migros und Coop haben stark in Preise investiert», sagt Paganini gegenüber der «Handelszeitung».

2011: 11 Milliarden

Doch das Einkaufsvolumen ist immer noch gewaltig. 2015 erreicht der Einkaufstourismus einen Rekordwert. Laut einer Schätzung der Credit Suisse sind den Schweizer Detailhändlern im vergangenen Jahr rund 11 Milliarden Schweizer Franken entgangen. Am stärksten nahm der Einkaufstourismus mit 11 Prozent in Deutschland zu. Über alle Regionen betrachtet stiegen die Auslandeinkäufe um 8 Prozent.

Ein gleiches Bild zeigt auch eine Auswertung von SIX. Seit Juni 2010 verfünffachten sich die Maestro-Umsätze der Schweizer in Konstanz. Kreuzlingen, das Schweizer Pendant, verlor hingegen in der gleichen Zeit mehr als die Hälfte.

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