26.02.2020 18:30
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Hochdorf verkauft Uckermärker Milch
Der angeschlagene Schweizer Milchverarbeiter verkauft seine Mehrheitsbeteiligung an der ostdeutschen Uckermärker Milch GmbH an die Ostmilch Handels GmbH. Hochdorf begründet den Verkauf mit der Fokussierung auf Babynahrung an den Schweizer Produktionsstandorten.

Die 60-Prozent-Beteligung geht Ende Monat an die bisherige Minderheitsaktionärin Ostmilch Handels GmbH über, teilt Hochdorf am Mittwochabend mit. Über den Verkaufspreis wurden keine Angaben gemacht.

Uckermärker sollte Konkurrenzfähigkeit erhöhen

Anfang 2015 hatte Hochdorf die Mehrheit am deutschen Werk in Prenzlau übernommen. Mit dem Zukauf stärke Hochdorf auch ihre internationale Konkurrenzfähigkeit, erklärte der damalige Hochdorf-Chef Eisenring. In dem Werk sollte unter anderem Babynahrung für Europa sowie für Mittel- und Südamerika produziert werden. Denn für diese Märkte sei der Produktionsstandort Schweiz und das Verkaufsargument «Swissness» von geringerer Bedeutung als beispielsweise für Asien, liess Eisenring damals verlauten.

Boom mit Swissness

Doch der Markt nahm eine andere Entwicklung. «Weil die Verkäufe von Swiss Made-Babynahrung in den vergangenen Jahren ein unerwartet starkes Wachstum erlebten, wurden die zusätzlich benötigten Produktionskapazitäten in der Schweiz realisiert», teilt Hochdorf nun am Mittwochabend mit.

Mit der Kapazitätserhöhung am Standort Sulgen TG habe die Beteiligung an der Uckermärker Milch für die Hochdorf-Gruppe an strategischer Bedeutung verloren. Zudem hätten Mitbewerber in der EU zahlreiche Kapazitäten zur Produktion von Säuglingsmilchen aufgebaut. Damit mache mittel- und langfristig eine Investition in Prenzlau für Hochdorf keinen Sinn. 

«Mit dem Verkauf des Milchwerkes fokussiert sich der Geschäftsbereich Dairy Ingredients der Hochdorf-Gruppe auf die Produktion in der Schweiz», schreibt Hochdorf weiter.

2018 Werk in Litauen verkauft

Der Milchverarbeiter Hochdorf trennte sich bereits im Mai 2018 von seinem Milchwerk in Litauen. Das Milchproteinwerk in Medeikiai wurde von einer Investorengruppe übernommen. 

Als Grund für den Verkauf wurden wirtschaftliche wie strategische Gründe geltend gemacht. Die tiefen Proteinpreise am internationalen Markt bei gleichzeitig agrarpolitisch begründeten hohen Milchpreisen in Litauen führten dazu, dass das Werk einer eingehenden Überprüfung unterzogen wurde. 2017 wurden in Litauen aufgrund der hohen Milchpreise und der tiefen Proteinpreise 20 Prozent weniger Milch und Molke verarbeitet.

Im Zuge der Restrukturierung der Gruppe hatte Hochdorf im Dezember 2019 auch die Beteiligung an der tunesischen Pharmalys an deren ehemaligen Besitzer Amir Mechria zurückverkauft.

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