28.02.2019 09:13
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/awp
Milchmarkt
Mehr Gewinn: Milchpreis aber stabil
Bei Emmi haben 2018 Caffè Latte, italienische Desserts und Ziegenmilchprodukte die Kassen klingeln lassen. Der operative Gewinn (EBIT) legte um 5,3 Prozent auf 216,7 Millionen Franken zu. Bei der Milch geht Emmi 2019 von stabilen Preisen aus.

Unter dem Strich blieben 233,3 Millionen Franken übrig, nach 161,6 Millionen im Vorjahr. Dazu trug auch der Verkauf der Minderheitsbeteiligung an der amerikanischen «siggi's» bei, wie der Luzerner Milchverarbeiter am Donnerstag mitteilte.

«Emmi darf stolz sein»

Ohne diesen einmaligen Erlös wäre der Gewinn aber immer noch um 8,6 Prozent auf 175,5 Millionen Franken gewachsen. Damit blieben bereinigt um den Verkaufseffekt vom erwirtschafteten Umsatz 5,1 Prozent als Reingewinn übrig - im Vorjahr waren es noch 4,8 Prozent. Damit stiegen die Erträge stärker, als Emmi selbst erwartet hatte.

2018 erwirtschaftete der grösste Schweizer Milchverarbeiter einen Nettoumsatz von 3‘45 Mrd. Fr. (2017: 3‘36 Mrd. Fr.), was einem Zuwachs von 2.8% entspricht. Organisch (bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte) stieg der Konzernumsatz um 2.3%. Dieser Wert liegt innerhalb der angestrebten Bandbreite von 1.5 bis 3%. Damit erreichte Emmi das höchste organische Wachstum seit 2014.

«2018 war erneut anspruchsvoll. Auf die solide Entwicklung und die hohe Stabilität darf Emmi deshalb stolz sein. Das in Bezug auf Regionen und Segmente breit abgestützte Produktportfolio und zugkräftige Markenkonzepte sind wichtige Erfolgsfaktoren. Dank ihnen können wir wirtschaftliche und politische Unsicherheiten und die daraus resultierende schwierigere Planbarkeit gut auffangen», lässt sich der Emmi-Chef Urs Riedener im Communiqué zitieren.

Margenstarke Produkte

Zwar musste Emmi etwa höhere Transportkosten in den USA schultern. Doch der Milchverarbeiter setzt zugleich noch stärker auf hochwertige Markenprodukte, bei denen er mehr Marge einheimsen kann. Und auch die erfolgreiche Umsetzung weiterer Rationalisierungs- und Produktivitätssteigerungsmassnahmen hätten dazu beigetragen, die negativen Effekte des anhaltenden Preisdrucks zu kompensieren, schrieb Emmi.

Den Aktionären winkt in Folge des höheren Gewinns eine Dividende von 9 Franken pro Aktie. Im Vorjahr hatte es 10 Franken gegeben - darin eingerechnet war jedoch eine Sonderdividende von 3 Franken aufgrund des Verkaufs von «siggi's».

Emmi rechnet mit stabilen Milchpreisen

Bei den Rohstoffpreisen geht Emmi bei der Milch von weitgehend stabilen Preisen in den für sie wichtigsten Märkten aus. Bei den wichtigsten milchfremden Rohstoffen (z. B. Kaffee und Früchte) dürfte das Preisniveau stabil bis leicht steigend sein. Höhere Preise erwartet Emmi vor allem im Energie- und Transportbereich sowie bei den Verpackungen.

Emmi steht im Schweizer Markt unter Druck. «Die Umsätze in der Division Schweiz werden folglich unter Druck bleiben, zumal der positive Effekt eines höheren Milchpreises für 2019 voraussichtlich wegfallen wird», schreibt Emmi. Stabile bis leicht steigende organische Umsätze in der Schweiz seien das Ziel, das Emmi mit der Unterstützung starker Markenkonzepte erreichen will.

Überwartungen übertroffen

Mit den Zahlen hat Emmi nicht nur die eigenen, sondern auch die Erwartungen der Finanzgemeinde übertroffen. Die von der Nachrichtenagentur AWP befragten Analysten hatten im Schnitt einen EBIT von 212,7 Millionen Franken erwartet. Bei der Dividende rechneten sie mit 8,50 Franken. Der Umsatz von Emmi war 2018 bereits organisch schneller gewachsen als von den Finanzprofis erwartet. Wie Emmi bereits Ende Januar bekannt gegeben hatte, kletterte er währungs- und akquisitionsbereinigt um 2,3 Prozent auf 3,46 Milliarden Franken.

Ein Wachstum im Rahmen der mittelfristigen Prognosen von 2 bis 3 Prozent solle auch 2019 möglich sein, hiess es in der Mitteilung. Der EBIT soll sich im laufenden Jahr leicht erhöhen und bei 215 bis 220 Millionen Franken zu liegen kommen. Für die Reingewinnmarge legt Emmi die Latte nun noch etwas höher: Neu sollen mittelfristig 4,7 bis 5,2 Prozent übrig bleiben, nach zuvor 4,5 bis 5 Prozent. Bereits im letzten Jahr hatte Emmi dieses Ziel erhöht.

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