17.10.2019 17:42
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Milchproduktion weiter sinkend
Entgegen den Prognosen haben sich die Milcheinlieferungen auch im August zurückgebildet. 2019 lag bisher nur der Juni über dem Vorjahreswert. Die Produktion dürfte sich in den kommenden Monaten weiter zurückbilden.

In der Schweiz nimmt die Milchproduktion seit August 2018, mit Ausnahme des Junis 2019, im Vergleich zum Vorjahr stetig ab. Dies geht aus der Milchstatistik der Treuhand TSM hervor.

Einlieferungen Anfang Jahr eingebrochen

Das grösste Monatsminus in diesem Jahr wurde im Januar (-5%) und im Februar (-3,8%) beobachtet. Im März (-1,2%) und im April (-1.8%) schwächte sich das Minus ab. Im Mai schliesslich lag die Produktion (-0,2%) nur noch geringfügig unter dem Vorjahreswert. Und im Juni (+0,6%) stiegen die Einlieferungen erstmals seit Monaten wieder.

Beim Juni-Wert dürfte sich es um einen Ausreisser handeln. Denn seither nehmen die Einlieferungen wieder ab. Im Juli lag der Wert mit -2.6% deutlich unter dem Vorjahreswert. Und im August hat sich die Milchproduktion entgegen der Prognose zurückgebildet. Dbmilch.ch rechnete mit einer Zunahme von 0,6%.

Kumulierte Produktion 1,8% hinter Vorjahreswert

Gemäss der Milchstatistik wurde aber im August 0,4 Prozent weniger Milch produziert als im Vorjahresmonat. Dies ist beachtlich, denn der August 2018 war geprägt durch Hitze und Futtermangel. Insgesamt wurden im August 2019 257'232 Tonnen Milch eingeliefert, 961 Tonnen weniger als im Vorjahresmonat. Im August 2017 wurden 260'555 Tonnen produziert, 3323 Tonnen oder 1.3 Prozent weniger als 2019.

Die kumulierte Produktion der ersten acht Monate von 2019 beträgt 2'294’724 Tonnen. Das sind 1.8 Prozent oder 41'854 Tonnen weniger als in der Vorjahresperiode.

Keine Trendwende in Sicht

Für September 2019 weist die Prognose von dbmilch.ch auf eine sinkende Milchproduktion hin. Die Einlieferungen sollen um 0.6 Prozent unter dem Vorjahreswert zu liegen kommen. Der Produktionstrend von BO Butter für den Oktober 2019 weist auf eine gleichbleibende Erzeugung hin.

Ob sich die sinkenden Einlieferungen auf den Molkereimilchpreis auswirken werden, wird sich im November zeigen. Die Branchenorganisation Milch wird dann den Richtpreis für A-Milch für 1. Quartal 2020 festlegen. Derzeit beträgt er 71 Rappen je Kilo franko Rampe, inklusive Nachhaltigkeitszuschlag von 3 Rappen. 

EU: Preisaussichten stabil

Die EU-Milchanlieferung dürfte im Jahr 2019 in Summe um 0,5% auf rund 158 Mio. t steigen. Dies geht aus der jüngsten Kurzfristprognose ("Short-Term-Outlook") hervor, welche die EU-Kommission kürzlich vorgestellt hat. Absatz von Molkereiprodukten entwickelt sich unterschiedlich. Als Gründe für die Zunahme werden der gegenüber dem Vorjahr leichte Rückgang der Milchviehbestände auf 22,5 Mio. Stück (-0,7%) und die gleichzeitig um 1,1% zunehmende durchschnittliche Milchleistung der Kühe genannt.

Bei den Preisen dürfte sich in der EU nicht viel verändern. Nachdem die Produzentenpreise im Juli 2019 leicht zugelegt hatten, tendierten sie im August wieder geringfügig nach unten. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Mittel 33,36 Cent (36.35 Rp.) netto/kg Rohmilch. Nach Ansicht der LTO-Experten dürften sich die EU-Produzentenmilchpreise in den kommenden Monaten nicht besonders stark verändern. 

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