23.09.2020 18:18
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
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Sollen Zweifel-Chips zu Discounter?
Seit längerer Zeit bemühen sich Aldi und Lidl, Produkte der Zweifel Pomy-Chips AG ins Sortiment aufzunehmen. Das Unterfangen blieb bis jetzt erfolglos. Finden Sie es gut, dass Zweifel die Discounter nicht beliefert? Oder sollte Zweifel Aldi und Lidl beliefern? Abstimmen und mitdiskutieren

Zweifel Chips ist wohl den meisten Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz ein Begriff. 1958 hat das Unternehmen begonnen, Kartoffel-Chips zu produzieren. Innert kürzester Zeit stieg Zweifel zu einem der grössten Chips- und Snack-Unternehmen der Schweiz auf. Und die Marke gehört zu den vertrauenswürdigste der Landes. 

Heute ist Zweifel Pomy-Chips AG unangefochtener Marktführer in der Schweiz. Die Produkte gibt es bei praktisch sämtlichen Detailhändlern zu kaufen. Coop, Migros, Denner, Volg und Spar haben solche Artikel in ihren Regalen. Auch Aldi und Lidl möchten die erfolgreichen Produkte in ihr Sortiment aufnehmen. Sie versprechen sich mehr Umsatz, Kunden und Swissness. 

Bemühungen blieben erfolglos

Doch Zweifel will davon nichts wissen. Das Unternehmen boykottiert eine Einlistung, berichtete der «SonntagsBlick» in der jüngsten Ausgabe. «Wir bemühen uns schon seit Jahren darum, unseren Kunden Zweifel-Chips anbieten zu können. Bis jetzt hat es aber leider nicht geklappt», sagt Aldi gegenüber der Zeitung.

Auch Lidl Schweiz beisst bei der Schweizer Traditionsfirma auf Granit. «Wir können bestätigen, dass wir grundsätzlich an den Zweifel-Chips interessiert sind, und denken, dass diese unser bestehendes Angebot gut ergänzen würden», erklärte Lidl gegenüber «SonntagsBlick». 

Stimmt Umfeld nicht?

Bei Zweifel ist man grundsätzlich daran interessiert, dass die eigenen Produkte möglichst vielen Personen zugänglich sind. «Es ist uns ein grosses Anliegen, unsere Produkte überall dort verfügbar zu haben, wo unsere Konsumentinnen und Konsumenten sind, sei es im Detailhandel, an der Tankstelle, am Kiosk oder in der Gastronomie», so Zweifel. Über Interna zu Verhandlungen gebe man in der Öffentlichkeit aber keine Auskunft. 

Diese Zurückhaltung lässt Raum offen für Spekulationen. Stimmt die Präsentation der Waren bei den Discountern nicht für Zweifel? «Gewisse Markenhersteller legen grossen Wert darauf, in welchem Umfeld ihr Produkt zum Verkauf angeboten wird», sagt Anastasia Li-Treyer, Geschäftsführerin des Schweizerischen Markenartikelverbands Promarca, zu «SonntagsBlick». Das Verkaufen der Produkte in Kartonschachteln und zu Billigpreisen würden einige Unternehmen nicht gerne sehen, so Li-Treyer.

Üben die Grossen Druck aus?

Zweifel-Produkte gibt es bei Discountern zu kaufen, unter anderem bei Migros-Tochter Denner. Und das Ladendesign ist nicht viel anderes bei den Schweizer Ablegern der deutschen Discounter. Üben Coop und Migros Druck bei Zweifel aus, damit die Chips und Snacks nicht bei den Discountern verkauft werden? Die beiden Platzhirsche winken ab. «Wir nehmen keinerlei Einfluss auf die Belieferungsentscheide unserer Lieferanten», sagt ein Migros-Sprecher. Coop will sich zu geschäftlichen Angelegenheiten von Dritten nicht äussern.   

Wichtiger Partner für Bauern

Für die Schweizer Bauern ist das Traditionsunternehmen ein wichtiger Partner. Denn Zweifel setzt auf Rohstoffe aus der Schweiz. Seit 2018 werden die Chips mit Schweizer Rapsöl gebacken. Die Anbaugebiete des HOLL-Raps erstrecken sich vom Genfersee über den Jura bis zum Bodensee. 

Die Kartoffeln für die Chips stammen im Durchschnitt zu 95 Prozent aus der Schweiz. Die Namen der 300 Produzenten werden auf den Packungen aufgedruckt. Das Salz für die Produkte stammt aus der Saline in Bex VD.

Wie denken Sie darüber? Finden Sie es gut, dass es Zweifel-Produkte nicht bei Aldi und Lidl zu kaufen gibt? Oder wäre es von Vorteil, würden die beiden Discounter solche Produkte verkaufen? Abstimmen und mitdiskutieren

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