27.12.2019 10:46
Quelle: schweizerbauer.ch -
Jahresrückblick 2019 (5/8)
Rapsöl boomt
Der Schweizerische Bauernverband (SBV) zieht Bilanz über das Jahr 2019. In der achtteiligen Serie erfahren Sie das Wichtigste zum Landwirtschaftsjahr 2019. Im fünften Teil geht es um Futterbau, Getreide und Raps.

Die Witterung war für das Getreidejahr mehrheitlich gut. Im Herbst 2018 gab es gute Aussaatbedingungen und während der Ernte im Sommer 2019 herrschten beste Bedingungen. Die Ernte weisst dementsprechend eine gute Qualität auf.

Beim Brotweizen fiel die Ernte mit rund 388'000 Tonnen etwas höher aus als im Jahr 2018, blieb jedoch hinter der Rekordernte von 2017 zurück. Auch bei den weiteren Brotgetreidearten wie Dinkel und Roggen wurde mehr eingebracht. Insgesamt liegt die Brotgetreideernte 2019 gemäss den provisorischen Zahlen von Swiss Granum bei 427'724 Tonnen (ohne vom Schweizerischen Getreideproduzentenverband SGPV deklassierte Brotweizenmenge), das sind knapp 9'000 Tonnen mehr als im Vorjahr.

Weiter zu wenig Futtergetreide

Der SGPV hat sich dazu entschieden 22'256 Tonnen Brotweizen zu Futtergetreide zu deklassieren. Die Massnahme wurde getroffen, um einen Preiseinbruch zu verhindern. Die Produktion von Futterweizen war nur leicht höher als 2018. Die Gersten- und insbesondere die Körnermaismengen wurden im Vergleich zum Vorjahr gesteigert.

Bei Hafer und Triticale ging sie jedoch zurück. Die gesamte Futtergetreidemenge liegt mit 469'221 Tonnen um gut 30'000 Tonnen über dem Vorjahr, was vor allem auf die deutlich höheren Erträge beim Körnermais zurückzuführen ist. Der Bedarf an inländischem Futtergetreide, namentlich Futterweizen und Körnermais, übersteigt das Angebot jedoch weiterhin deutlich.

Ölsaaten: Raps kann Nachfrage nicht decken

Beim Raps liegt die Erntemenge bei knapp 68'000 Tonnen. Grund für die tiefe Ernte ist laut Swiss Granum einerseits der dieses Jahr hohe Schädlingsdruck. Andererseits wirkten sich die Frostperioden im Frühjahr negativ aus. Zudem war der Raps regional unterschiedlich von Hagel betroffen. Die eingebrachte Menge liegt damit deutlich unter der Vertragsmenge von 93'500 Tonnen.

Raps ist derzeit sehr gefragt, weil Unternehmen der Lebensmittel-Industrie zunehmend auf Palmöl verzichten. Für 2020 liegt die Vertragsmenge bereits bei 106'000 Tonnen. Wegen der Steigerung beim Raps muss gleichzeitig die Vertragsmenge bei den Sonnenblumen von 12'800 auf noch 9'700 Tonnen gesenkt werden. Die Sonnenblumen-Ernte liegt dieses Jahr laut Schätzung bei knapp 18'000 Tonnen und damit über dem Vorjahr. Auch bei den Soja-Bohnen lag die geschätzte Erntemenge über dem Vorjahr.

Heu: Regional grosse Unterschiede

Die Grasernte fiel regional sehr unterschiedlich aus. In den Regionen Jura, Waadt und Schaffhausen war die Grasernte 2019 höher als diejenige 2018. In der Innerschweiz (Luzerner und Nidwaldner Tal- und niedrige Alpenregionen) fiel die Ernte 2019 schlechter aus als im Vorjahr.

Die gute Dürrfutterqualität aufgrund hoher Proteingehalte liefert einen Hinweis auf den frühen Start der Heuernte Ende April/Anfang Mai. Es wurde sowohl in Reinsaaten als auch in Mischungen vermehrt Luzerne angebaut. Die Heuimporte haben sich im Vergleich zu 2018 wieder stabilisiert.

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