24.10.2019 18:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Artenvielfalt fördert Ertrag
Je höher die Artenvielfalt, desto mehr Ertrag in der Landwirtschaft: Zu diesem Fazit kommt ein internationales Team von über hundert Forschenden, das 89 Studien zu Landnutzung, Biodiversität und Dienstleistungen der Ökosysteme für die Landwirtschaft ausgewertet hat.

Die Natur bietet viele Dienstleistungen, beispielsweise die Bestäubung oder die Schädlingsregulierung. Eine Untersuchung mit Beteiligung des Kompetenzzentrums der Schweiz für landwirtschaftliche Forschung (Agroscope) kommt nun zum Schluss, dass der Mensch für eine möglichst grosse Biodiversität sorgen müsse, um sich die Gratis-Dienstleistungen der Natur nachhaltig zu sichern.

1500 Standorte

Die Ergebnisse der breit angelegten Studie hat das internationale Forschungsteam um Leiter Matteo Dainese vom Eurac-Research-Institut in Bozen kürzlich im Magazin «Science Advances» publiziert. Die Studien fanden an fast 1500 Standorten weltweit statt - von Maisäckern in den USA über Rapsfelder in Südschweden, Kaffeeplantagen in Indien und Mangoplantagen in Südafrika bis hin zu Weizenfeldern in der Schweiz.

Die positiven Effekte der natürlichen Dienstleister fallen demnach umso grösser aus, je höher die Artenvielfalt und je kleinstrukturierter die Agrarlandschaft gestaltet ist. Wo dagegen riesige, monoton bepflanzte Flächen vorherrschen, seien Vielfalt und Menge der nützlichen Lebewesen deutlich verringert. Und das wirke sich am Ende auch negativ auf die landwirtschaftlichen Erträge aus.

Weitere Massnahmen nötig

Für Matthias Albrecht von Agroscope zeigt die Studie «wie wichtig strukturreiche Agrarlandschaften sind», sowohl für die Erhaltung der Biodiversität wie auch für die Förderung von biodiversitätsbasierten Ökosystemdienstleistungen. Dazu gehören die Bestäubung und die natürliche Schädlingskontrolle.

In der Schweiz tragen dazu unter anderem verschiedene Typen von Biodiversitätsförderflächen wie Hecken, extensiv genutzte Wiesen oder Blühstreifen bei, wie Albrecht sagt. «Eine hohe ökologische Qualität solcher Flächen ist mitunter ein entscheidender Faktor, um die gewünschte positive Wirkung auf Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen zu erreichen.»

Dass solche Elemente nützlich für Bestäubung und Schädlingskontrolle sein können, haben Agroscope-eigene Studien bereits gezeigt. Diese Elemente allein vermochten aber den Biodiversitätsverlust und den damit zusammenhängenden Verlust von Ökosystemdienstleistungen noch nicht zu stoppen. Es bedürfe dringend verstärkter Anstrengungen.

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