23.10.2019 13:30
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Bestäubung statt Pflanzenschutz
Beim Anbau von Raps kann eine möglichst vollständige Bestäubung ökonomisch sinnvoller sein als der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die das französische Agrarforschungsinstitut (INRA) und das Nationale Forschungszentrum (CNRS) vorgelegt haben.

Demnach können bessere Erträge im Raps sowohl durch den Einsatz von Betriebsmitteln als auch durch mehr Bestäuberinsekten erreicht werden. Die zu erzielenden Bruttomargen lassen sich aber nur durch eine bessere Bestäubung vergrössern, da sich diese nicht in den Produktionskosten niederschlägt.

Die Wissenschaftler untersuchten anhand der Daten von 142 Landwirten und 294 Rapsschlägen über einen Zeitraum von sechs Jahren das Zusammenspiel und die Auswirkungen der Häufigkeit von Bestäuberinsekten und des Betriebsmittelaufwands. Signifikante Ertragssteigerungen konnten durch Fungizide erreicht werden.

Keine positive Wirkung auf die Ausbeute konnte hingegen für Stickstoffgaben und Herbizide nachgewiesen werden, wobei laut Studie die Art des Bodens und seine Wechselwirkungen mit N-Düngung berücksichtigt werden müssen. Einen durchweg positiven Effekt auf den Ertrag hatte hingegen die Häufigkeit von Bestäuberinsekten, die aber insbesondere von Insektiziden negativ beeinflusst wird.

Zugleich fielen die Ertragsverluste durch eine Verringerung der Schädlingsbekämpfung den Wissenschaftlern zufolge geringer aus als die Zuwächse durch die verbesserte Bestäubung. Dabei machten sich die eingesparten Betriebsmittelkosten zusätzlich positiv in der Bruttomarge bemerkbar. Die Forscher vermuten allerdings, dass auf den untersuchten Feldern der limitierende Faktor für den Ertrag kein Nährstoff, sondern die Bestäubung gewesen sein könnte.

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