9.08.2020 13:05
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Umwelt
Biodiversität: Lückenhaftes Wissen
Trotz einer Vielzahl bodenökologischer Studien ist das Verständnis der Biodiversität in den Böden noch sehr lückenhaft. Insbesondere die tropischen und subtropischen Regionen sind hinsichtlich der Artenvielfalt im Boden kaum erforscht.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Universität Halle-Wittenberg sowie der Universität Leipzig geleitet wurde. Für ihr Vorhaben haben die Wissenschaftler laut iDiv Studien zu den makroökologischen Prozessen in den Böden von mehr als 17 000 Orten auf der ganzen Welt analysiert. Daran seien Forscher von allen Kontinenten beteiligt gewesen.

Sie hätten nicht nur grosse Lücken hinsichtlich der untersuchten Orte, Umweltbedingungen und Lebewesen gefunden, so das iDiv. Es gebe auch so gut wie keine zeitlichen Vergleiche. Nach Ansicht der Forscher ist es höchste Zeit für ein globales Boden-Monitoringsystem, das die vorgefundenen Lücken schliesst.

Die vorliegende Studie sei dafür ein Meilenstein, denn sie zeige den Status quo und könne als Grundlage für ein zukünftiges Biodiversitätsmonitoring für den Boden dienen. Für die Bodenexperten sind im nächsten Schritt zwei Ansätze nötig. Die vorhandenen Daten müssten besser verfügbar gemacht und für die weitere Forschung standardisiert werden. Zudem sei ein weltweites, standardisiertes Vorgehen für weitere Bodenuntersuchungen notwendig, an dem gerade gearbeitet werde. Dieses könnte letztendlich dabei helfen, die Erfüllung globaler oder nationaler Ziele für die Biodiversität nachzuverfolgen und wichtige politische Entscheidungen zu unterstützen.  

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