21.09.2020 07:01
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Mais: Saatguterzeuger warnen
In Frankreich hat der Dachverband der Produzenten von Mais- und Sorghumsaatgut (FNPSMS) vor Versorgungsengpässen beim Maissaatgut gewarnt. Die Lagerbestände sind aufgrund hoher Nachfrage bereits geschrumpft. Die Ackerbauern fordern erneut Unterstützung von der Regierung.

Aufgrund des Rekordwachstums der Anbauflächen und einer durch klimatische Faktoren beeinträchtigten Saatguterzeugung könnte es im nächsten Jahr bei einigen Maissorten zu „Spannungen“ kommen, da sich der Anbau auch 2021 voraussichtlich auf einem hohen Niveau bewegen werde, erklärte der FNPSMS am vergangenen Donnerstag in Paris.

Saatgutproduktion suboptimal

Nach Angaben des Verbandes hat die diesjährige Saatgutproduktion in Europa unter suboptimalen Auflaufbedingungen, Hitzewellen mit Rekordtemperaturen und Dürre gelitten, so dass die Zielmarken trotz einer Flächenzunahme von 16% nicht erreicht worden seien. In Frankreich seien auf Vermehrungsflächen von 80'000 ha nur etwa 90% der erwarteten Maismengen gewonnen worden, und auch in anderen EU-Ländern hätten sich die Bedingungen als „kompliziert“ erwiesen. 

In Ungarn würden nur 90% bis 95% der angepeilten Saatgutmenge erreicht, und in Rumänien würden sogar lediglich zwischen 75% und 80% erwartet. Laut dem FNPSMS hat die grosse Nachfrage zur diesjährigen Aussaat zudem die Vorräte schrumpfen lassen, die aufgrund der aktuellen Ernteergebnisse auch nicht wieder aufgefüllt werden könnten. Ausserdem deuteten die Schwierigkeiten bei der diesjährigen Winterrapsaussaat und die zunehmen knappen Futtermittelreserven in einem von Trockenheit geprägten Umfeld daraufhin, dass sich die Nachfrage nach Saatmais weiter erhöhen werde.

Innovation statt Verbote

Die schlechten klimatischen Bedingungen machen indes vielen Ackerbauern zu schaffen. Mit Blick auf die vergleichsweise geringen Ernten im laufenden Jahr forderten die Verbände der Erzeuger von Weizen (AGPB), Mais (AGPM), Ölsaaten (FOP) und Zuckerrüben (CGB) von der Regierung Unterstützung. Gebraucht werde ein aussergewöhnlicher Notfallplan zur Rettung eines strategisch bedeutenden Sektors.

Um das Überleben der Pflanzenproduktion zu gewährleisten, muss nach Ansicht der Erzeugerverbände die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zugunsten der Ackerbauern neu ausgerichtet werden. Zudem brauche es neue Versicherungslösungen und eine effiziente Wasserbewirtschaftungspolitik. Die Rahmenbedingungen müssten durch Innovation und Forschung sowie entsprechende Investitionen und nicht durch „brutale Verbote“ gestaltet werden.

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