29.10.2020 08:06
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz/lid
Pflanzenschutz
F: Notfallzulassung bei Rüben
In Frankreich darf in der kommenden Saison Saatgut von Zuckerrüben wieder mit Neonicotinoiden behandelt werden, da nach der Zustimmung des französischen Parlaments Anfang Oktober zu einer Notfallzulassung für Neonicotinoide jetzt nun auch der Senat grünes Licht dafür gab.

Ab Mitte Dezember sollen die in der EU verbotenen Neonicotinoide in Frankreich wieder verwendet werden dürfen. Bis zur Aussaat im Frühjahr steht damit den französischen Rübenanbauern wieder Saatgut mit heiss diskutierten Wirkstoffen zur Verfügung.

Die französischen Rübenanbauern beklagen die Verbreitung des Vergilbungsvirus durch Blattläuse, die ihrer Ansicht nach ohne Neonicotinoide nicht bekämpft werden können. Der französische Landwirtschaftsminister Julien Denormandie setzt sich ebenfalls für die Notfallzulassung bis 2023 ein, weil es für Neonicotinoide keine Alternative gebe. 

Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Notfallzulassungen zum Teil nicht gerechtfertigt sind. Zumindest für einen Teil der bienengefährdenden Wirkstoffe gebe es Alternativen, erklärt die EFSA. Zudem kritisierten EU-Mitgliedstaaten, die sich an ein EU-weites Verbot halten, die Notfallzulassungen, weil die Ausnahmen den Wettbewerb verzerrten. Die Neonicotinoide Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam sind in der EU verboten. Die EU-Kommission lehnte im Februar Notfallzulassungen in Rumänien und Lettland ab. 

Auch in der Schweiz steht derzeit kein wirksames Mittel gegen die Viröse Vergilbung zur Verfügung. Viele Pflanzer in den westlichen Anbaugebieten verzeichnen deshalb grosse Ertragseinbussen. Das Bundesamt für Landwirtschaft will bis Ende Oktober entscheiden, ob auch in der Schweiz eine befristete Notfallzulassung erteilt wird.

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