15.12.2019 07:12
Quelle: schweizerbauer.ch - bki
Detailhandel
Coop: Mit Import zu mehr Marge
Die Tageszeitung «Blick» berichtete, dass bei Coop mindestens 80 Prozent der zwei bis zweieinhalb Meter hohen Premium-Weihnachtsbäume aus Dänemark importiert worden seien.

Christbaumproduzent Paul Wälchli aus Oschwand BE, der über die Handelsgruppe der IG Suisse Christbaum Nordmanntannen an Coop verkaufte, wurde mit den folgenden Worten zitiert: «Coop teilte uns Anfang Sommer mit, dass wir heuer keine Bäume der Premiumklasse liefern können.» Dänische Produzenten hätten dem Detailhändler Coop die Premium-Tannen zu einem Spottpreis angeboten.

So habe Wälchli für einen Premiumbaum bis anhin 47 Franken erhalten, die dänischen Bäume aber würden 15 Franken weniger kosten. Der Verkaufspreis betrage jedoch  für importierte, wie auch für einheimischen Bäume 99 Franken. Auch Stefan Oberholzer, Präsident der IG Suisse Christbaum, wurde im Artikel zitiert: «Der einzige Grund für den Grossimport aus Dänemark ist wohl der Preis.» Nach der Konfrontation mit den Vorwürfen durch «Blick» brenne bei Coop der Baum. Der Detailhändler habe seine Produzenten per Mail angeschrieben: «Kümmern Sie sich bitte darum, dass aus Ihren Reihen hier Ruhe reinkommt!»

Über das gesamte Christbaum-Sortiment gesehen gab Coop an, dass rund 85 Prozent der Bäume aus der Schweiz stammen würden. Aber, wurde Coop-Sprecherin Andrea Bergmann zitiert: «Gerade im Premium-Segment wachsen in der Schweiz nicht genügend Bäume in wirklich guter Qualität.» Für Wälchli sei das eine Provokation, war zu lesen.

In Dänemark werde das Baumwachstum mit Chemie gesteuert. Durch die Verwendung von Alpha-Naphtylessigsäure würden die Christbäume  aus Dänemark in perfekter Kegelform in die Höhe wachsen, wusste «Blick». In der Schweiz ist der Einsatz dieser Substanz nicht erlaubt. Der Tannenbaumproduzent Wälchli sei nun gezwungen, neue Absatzwege zu finden: «Nur weil Coop seine Margen steigern will, bleibe ich jetzt auf meinen Christbäumen sitzen.» 

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