2.07.2020 15:18
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Wald
Buchen durch Klimawandel bedroht
Die Bedrohung der weit verbreiteten Buchen durch den Klimawandel ist zum Tag der Buchenwälder deutlich gemacht worden, der letzte Woche stattfand.

Wie der Schleswig-Holsteinische Waldbesitzerverband berichtete, wird der in Deutschland wichtigen Baumart die künftig zu erwartende Verlängerung von Trockenphasen zum „Verhängnis“, weil Buchen besonders groß seien und flach wurzelten. Vor diesem Hintergrund erwartet der Verband eine „große Lücke, die unsere Buchen hinterlassen werden“. Diese sei durch besser an die Erderwärmung angepasste Arten zu schließen.

Denkbar sein ein Rückgriff auf Arten, über die in Deutschland seit mehr als 100 Jahren waldbauliche Erfahrungen vorlägen. Eingesetzt werden könnten aber auch Buchenherkünfte aus südlicheren Bereichen Europas oder der Türkei. In diesen Gegenden habe das Klima in den zurückliegenden Jahrhunderten etwa den für Deutschland prognostizierten Bedingungen entsprochen.

Gemeinsam mit der Nordwestdeutschen forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen würden derzeit auf fundierter wissenschaftlicher Grundlage Lösungskonzepte entwickelt, berichtete der Waldbesitzerverband. Es werde gelingen, „den ‚Patienten‘ Wald durch Rat und Tat wieder zu gesunden und sowohl den wichtigen Lebensraum für Mensch und Tier als auch CO2-Speicher und Baustofflieferanten als unseren umfänglichen Lebenspartner zu erhalten". Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) forderte den Freistaat auf, seine internationale Verantwortung für die heimischen Buchenwälder wahrzunehmen. Dazu gehöre es, Buchenwälder schonender zu nutzen und besser zu schützen. Die Forstwirtschaft müsse aufhören, Buchenwälder durch „zu starke Auflichtung zu schwächen“. Zudem müsse flächenmäßig mindestens ein Zehntel der öffentlichen Wälder in Bayern dauerhaft der natürlichen Entwicklung überlassen werden, so wie es die Nationale Biodiversitätsstrategie vorgebe.

Der World Wide Fund for Natur (WWF) rief dazu auf, die derzeit im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets geplanten 700 Mio Euro für Waldbesitzer an den ökologischen Umbau der Wälder zu knüpfen. Der Buche und Laubwäldern allgemein falle dabei eine zentrale Rolle zu. 


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