7.07.2020 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - WaldSchweiz
Holzmarkt
Holzmarkt unter Druck
Die Schweizer Holzmarktkommission (HMK) schätzt die aktuelle Lage auf dem Holzmarkt trotz Coronakrise als «noch relativ gut» ein. Sie fürchtet aber ein hohes Aufkommen an Käferholz im Juli und August sowie eine rückläufige Baukonjunktur ab Herbst.

Die Schweizer Holzmarktkommission (HMK) hat zuletzt im Juni in Bern getagt. Die Vertreter der Holzindustrie bezeichneten die Situation gemäss Medienmitteilung als «noch relativ gut», vor allem, weil sich die Coronakrise bislang kaum auf die Bautätigkeit in der Schweiz ausgewirkt habe.

Viele im vergangenen Jahr genehmigte Bauprojekte befänden sich derzeit in der Realisierungsphase. Damit sei insbesondere die Sägeindustrie bis jetzt weitgehend unbeschadet durch die Coronakrise gekommen. Schwierigkeiten bereiteten der Sägeindustrie heute vor allem der starke Franken sowie fehlende Absatzmöglichkeiten für Sägerestholz.

Viel vorrätiges Schnittholz

Bezüglich Holzlager meldeten die Vertreter der Sägeindustrie «normale bis hohe» Lagerbestände beim Schnittholz, aufgrund der grossen Käferschäden im Frühjahr aber übervolle Rundholzlager. Angesichts der aktuell milden und relativ trockenen Witterung rechnet die Waldwirtschaft für die kommenden Wochen mit weiteren Käferholzmengen, welche die holzverarbeitenden Betriebe kaum aufnehmen können.

Sofern der Schnittholzabsatz weiterhin auf aktuellem Niveau läuft, kann und muss sich die eine oder andere Sägerei mit Käferholz eindecken; dafür sprechen auch Meldungen aus Frankreich, Österreich und Deutschland

Absatzkanäle abklären

Zusätzlich zu einem hohen Käferholzaufkommen befürchten die Teilnehmer der HMK eine rückläufige Baukonjunktur als Folge der Coronakrise und damit einen Rückgang des Holzabsatzes. Wegen der unsicheren allgemeinen Wirtschaftslage empfiehlt die HMK Waldbesitzern, sich vor Holzeinschlägen über mögliche Absatzkanäle zu informieren und Rohholz bedarfsgerecht und nur nach verbindlicher Abnahmezusage aufzurüsten. Für den Fall eines Überangebots an Käferholz empfiehlt die HMK, vom Borkenkäfer befallene Stämme entrindet im Wald liegen zu lassen.

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