13.09.2019 18:54
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
«100'000 Fr. Direktzahlungen reichen»
Armin Capaul wurde durch die Hornkuh-Initiative weit über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt. Nun will er in den Nationalrat. Gegenüber schweizerbauer.ch erklärt er, weshalb er nach Bern will. Und welche Politik er verfolgen würde. Zudem würde Capaul die BLW-Mitarbeiter auf Bauernhöfe schicken. -> Mit Video

Armin Capaul will es noch einmal wissen. Er kandidiert mit einer eigenen Liste für den Nationalrat. Er ist bewusst keine Listenverbindung eingegangen. «So wissen die Stimmberechtigten, dass sie nur uns wählen. Das ist einfach und gradlinig», erklärte Capaul am Donnerstag gegenüber Medienvertretern.

Rechnet sich Chancen aus

Im Gespräch mit schweizerbauer.ch erklärt er, weshalb er nach Bundesbern will. Aber hat der Bergbauer nicht genug von der nationalen Politik? «Das Problem ist, dass die Hornkuh-Initiative (Red. 55% legten ein Nein in die Urne) verloren ging. Und ich will mich weiterhin für die horntragende Kühe und Ziegen einsetzen», erklärt der 68-Jährige. 

Er sehe im Kanton Bern durchaus Chancen. Zwar verliert der zweitgrösste Kanton der Schweiz einen Sitz. Ab dem 20. Oktober 2019 hat Bern noch 24 Nationalräte. 22 Bisherige treten wieder an. «Ich denke, ein Sitz könnte ich schon holen», fährt er fort. Aber glaubt er tatsächlich an eine Wahl? «Wenn die 159'000 Bernerinnen und Berner, die Ja für die Hornkuh-Initiative stimmten, mir zweimal die Stimme geben, sollte es eigentlich reichen», ist er überzeugt.

Direktzahlungssystem ändern

Und welche politischen Themen würde er bei einer Wahl in Bern angehen? «Ich würde mich vor allem in der Agrarpolitik engagieren, besonders bei der AP22+. Hier könnte ich mich einbringen», erklärt er. 

Er denkt dabei an die Direktzahlungen. Capaul würde sich für eine Deckelung engagieren. «100'000 Franken pro Betrieb reichen aus. Man braucht nicht 300'000 Franken, um dann am Nachbarn sein Land zusammenzukaufen und schlussendlich dann noch mehr Direktzahlungen erhält», macht er klar. Die Flächenbeiträge würde er kürzen. «Ich würde das Direktzahlungssystem anders ausrichten», fährt er fort.

"Bevölkerung muss wieder hinter uns stehen"

Capaul würde sich in Bern zudem für eine «gesunde Landwirtschaft» einsetzen. «Wir müssen die Landwirtschaft so gestalten, dass die städtische Bevölkerung hinter uns steht und die Direktzahlungen akzeptieren. «Wenn wir noch lange so weitermachen, steht plötzlich ein Direktzahlungs-Verbot vor der Tür», warnt er. Hier müsse die Landwirtschaft aufpassen.

Der Bergbauer steht auch hinter der Trinkwasser- und Pestizid-Verbots-Initiative. «Aber nicht, weil von den Anliegen zu 100 Prozent überzeugt bin, sondern das einen Ruck gibt in der Landwirtschaftspolitik», macht er klar. 

BLW-Mitarbeiter auf Höfe schicken

Armin Capaul sagt gegenüber schweizerbauer.ch auch, welches seine erste Motion in Bundesbern wäre. Und diese würde gegen die Behörden zielen. Sämtliche Mitarbeiter des Bundesamts für Landwirtschaft BLW müssten gemäss Capaul 14 Tage in einen Weiterbildungskurs. Und diesen müssten sie auf Bauernbetrieben absolvieren. 

«1 Woche müssten sie bei einem Bauern absolvieren, der kurz vor der Aufgabe seines Betriebes ist. Und die zweite Woche müssten sie auf einem Grossbetrieb respektive Massentierhaltungsbetrieb verbringen», erklärt Capaul. Das würde den Mitarbeitern mit Sicherheit Denkanstösse vermitteln, hält der 68-Jährige fest.

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