11.09.2015 09:08
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wahlen
3802 Personen wollen Nationalrat werden
Die Parlamentssitze unter der Bundeshauskuppel sind heiss begehrt. Noch nie haben so viele Frauen und Männer für den Nationalrat kandidiert: Nachdem alle Kantone ihre Listen bekannt gegeben haben, ist klar, dass 3802 Politikerinnen und Politiker gerne in die grosse Kammer des Bundeshauses gewählt werden möchten.

Damit wurde die Rekordzahl der letzten Wahlen um 330 Kandidatinnen und Kandidaten übertroffen: 2011 liebäugelten insgesamt 3472 Frauen und Männer mit einem der 200 Nationalratssitze.

Dieses Jahr stehen gemäss einer Auswertung der Nachrichtenagentur sda 2497 Männer und 1305 Frauen an der Startlinie. Gezählt wurden alle bis am Dienstag bekannten Kandidaturen aus allen Kantonen. Damit stieg im Vergleich zu vor vier Jahren der Frauenanteil bei den Kandidierenden geringfügig von 32,7 auf 34,3 Prozent an. Wie die Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen, stagniert der Frauenanteil seit 2007 bei gut einem Drittel - obwohl die Bevölkerungsmehrheit weiblich ist.

SVP weit abgeschlagen

Von den etablierten Parteien erreichen lediglich die Grünen eine Parität zwischen Frauen und Männern. Die SP zählt 46,5 Prozent Frauen. Auch die EVP erreicht einen Frauenanteil von etwas über 40 Prozent. Bei FDP, CVP, BDP und GLP ist mehr oder weniger jeder dritte Listenplatz mit einer Frau besetzt. Die SVP hingegen kommt auf nur 18,4 Prozent Frauen auf ihren zahlreichen Listen.

Überdurchschnittlich viele Frauen kandidieren in den Kantonen Basel-Stadt (44,3%), Basel-Landschaft (38,4%), Zug (38%), Jura (37,5%) und Bern (37,4%). Mit zwei Kandidatinnen und einem Kandidaten für einen Sitz schert der Kanton Uri mit einem nicht repräsentativen Zwei-Drittels-Frauenanteil aus. Neben einer Handvoll Kantone mit lediglich einem Sitz im Nationalrat und keinen Frauen als Kandidatinnen befinden sich die Kantone Schaffhausen (23,85%), Neuenburg (24,1%) und Wallis (24,9%) am Ende der Tabelle.

Kaum frischer Wind zu erwarten

Einen Generationenwechsel werden die diesjährigen Wahlen kaum herbeiführen: Da fast ein Drittel der Kandidierenden unter 30 Jahre alt ist, liegt das Durchschnittsalter aller Kandidatinnen und Kandidaten zwar bei tiefen 40 Jahren, wobei die Frauen mit 39 Jahren im Schnitt geringfügig jünger sind als die Männer.

Ein Blick in den teils angegrauten Nationalrat zeigt aber, dass die Gewählten im Durchschnitt in ihren Fünfzigern sind. Dies widerspiegelt sich auch im Kandidatenkarussell: Die nächste grosse Gruppe von Kandidierenden nach den Jungen ist zwischen 50 und 60 Jahre alt. Die jüngste Kandidatin ist die Bernerin Sarah Riveros von den Juso. Sie wird 12 Tage vor den Wahlen 18 Jahre alt. Der älteste Kandidat, Jean Essade (CVP/VD), zählt 86 Lenzen.

Aber auch die hohe Anzahl Bisheriger, die wieder im Wahlkampf stehen, spricht gegen einen Generationenwechsel: Insgesamt steigen 174 Nationalrätinnen und Nationalräte und 35 Ständerätinnen und Ständeräte wieder ins Rennen um die 200 respektive 46 Sitze. Im Laufe der aktuellen Legislatur haben bereits 26 Politikerinnen und Politiker ihren Sitz für neue Kräfte freigemacht, welche nun ebenfalls mit dem erfolgsversprechenden Zusatz «bisher» für Wählerstimmen weibeln können.

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