2.06.2020 16:23
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Thurgau
Bundesrätin besucht Bauernhof
Zum Tag der Biodiversität besuchte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga den Hof der Familie Schweizer in Hosenruck TG. Der Bundesrätin wurde das 3V-Projekt vorgestellt.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga reiste am 22. Mai zusammen mit dem Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer und dem Chef des Landwirtschaftsamt, Ueli Bleiker, auf den Hof der Familie Schweizer. 

Mehr Spielraum für Bauern gefordert

Die Bauernvertreter nutzten den Anlass auch, um mit Bundespräsidentin Sommaruga über die Landwirtschaft zu diskutieren. Die Thurgauer Landwirtschaft sei im schweizweiten Vergleich und eine der produktivsten. Zudem sei sie ein wichtiger Rohstofflieferant für die bedeutende Nahrungsmittelverarbeitung im Kanton.

«Der Betrieb der Familie Schweizer dient als anschauliches Beispiel, was bezüglich Biodiversität möglich ist, wenn sich die Betriebsleiterfamilie für eine nachhaltige Betriebsentwicklung einsetzt», heisst es in der Mitteilung des VTL. Nur wenn die Betriebsleiter selber über das eigene Handeln bestimmen könnten, sei die Erreichung der drei Nachhaltigkeitsziele - ökonomische, ökologische und soziale – möglich, so Hausammann. Der VTL fordert, mit der Agrarpolitik 2026+ die Grundlagen dazu zu erschaffen.

Zielorientierter Ansatz

Sommaruga liess sich von VTL-Präsident Markus Hausammann das 3V-Projekt (Verantwortung, Vertrauen, Vereinfachung) näher vorstellen. Gemäss dem Verband Thurgauer Landwirtschaft führt für das aktuelle, massnahmenorientierte Direktzahlungssystem in eine Sackgasse. Denn die Massnahmen würden in der Regel nur wegen der ökonomischen Anreize umgesetzt. 

Zudem werden aus Sicht des VTL durch Vorschriften – der Verband nennt den Schleppschlauch – der Einsatz des bestmöglichen «Einsatzmittels» verunmöglicht. «Ein zielorientierter Ansatz soll einerseits mehr Freiheiten in der Umsetzung ermöglichen und andererseits der Zielerreichung gemäss den Umweltzielen Landwirtschaft näherkommen», hält der VTL fest.

Das Projekt 3V, das mit der VTL mit dem Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und dem Kanton lanciert hat, gibt den Bauern wieder mehr Freiheiten in der Umsetzung. Zudem sollen die Bauern so den Umweltzielen näher kommen.  

Artenvielfalt unverzichtbar

«Die Artenvielfalt ist für unser Leben und Wirtschaften unverzichtbar. Ihre Erhaltung und Förderung liegt daher im Interesse und in der Verantwortung von uns allen», sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga.

Die Landwirtschaft trage eine besondere Verantwortung. Sie sei sehr eng mit der Biodiversität verknüpft und auf diese angewiesen. Gleichzeitig beeinträchtigt sie die Artenvielfalt durch ihre intensive Nutzung nach wie vor stark. «Im Pilotprojekt «3V» wird auf Betrieben in den Kantonen TG, ZH und GL verdeutlicht, wie sich umweltschonende Landwirtschaft lohnen kann, für Landwirte und die Tier- und Pflanzenwelt, so Sommaruga. 

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