26.12.2016 13:12
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Einkaufstourismus
Coop hilft Hausammann nicht
Nationalrat Markus Hausammann (SVP, TG) engagiert sich gegen den Einkaufstourismus. Coop stellt sich nicht an seine Seite.

«Ein grosses Thema ist die Freigrenze von 300 Franken beim Einkaufstourismus.» Das sagte Coop-Chef Joos Sutter am 19. Februar 2012 in der Zeitung «Der Sonntag» auf die Frage, wo er politisch in der Schweiz für den Detailhandel Handlungsbedarf sieht. Und dann äusserte er sich klar: «Die Freigrenze sollte sicher gesenkt werden, denn momentan geht enorm viel Kaufkraft aus der Schweiz verloren.» Viereinhalb Jahre später, an der Delegiertenversammlung des Schweizer Bauernverbandes (SBV)  im November, zeigte Sutter zwar mehrere Folien zum Umfang des Einkaufstourismus, aber diese Forderung wiederholte er nicht.

Vorstoss fordert Senkung

Gelegenheit hätte er gehabt. Denn Nationalrat Markus Hausammann (SVP, TG) fragte ihn an der Versammlung, ob er bereit sei, einen Vorstoss der Bauern zu unterstützen, der, so Hausammann, «die Auslandeinkäufe mindestens mit der Mehrwertsteuer belasten will.» Er bezog sich dabei auf den Vorstoss mit dem Titel «Den Einkaufstourismus nicht mit Steuergeschenken fördern», den er selbst am 17. Dezember 2015 eingereicht hat, mitunterschrieben unter anderem von Bauernpräsident Markus Ritter und Gewerbepräsident Jean-François Rime. In der Motion verlangt Hausammann, dass die Wertfreigrenze für die Mehrwertsteuer von heute 300 Franken auf den Durchschnitt der Nachbarländer gesenkt wird (was nur noch 100 bis 150 Franken bedeuten würde).

Sutter wurde abgestraft

Sutter antwortete dann vor den SBV-Delegierten  wörtlich: «Die Mehrwertsteuer ist ein heikles Thema. Ich habe mich ja mal vor fünf Jahren frisch, neutral und unbeholfen genau in diese Richtung geäussert. Ich kann Ihnen sagen, das, was ich erlebt habe, bezüglich Attacken, geht auf keine Kuhhaut, auf Deutsch gesagt.» Sutter machte klar: Ich werde mich einsetzen für die Themen in den Mehrwerten, aber  ich werde nicht Politik machen. Weil: In unseren Läden gehen  50% der Leute rein, die das gut finden, und 50%, die das schlecht finden. (…) Und es ist so, wenn ich mich exponiere, wie ich das  genau zu diesem Thema gemacht habe, dann ist es eben so, dass ich auch extreme Retourkutschen in den Frequenzen habe. Darum sage ich: Inhaltlich für mich in Ordnung, aber ich mache nicht Politik.»  Die Detailhändler fürchten sich offenbar vor den Schweizer Konsumenten, die im Ausland mehrwertsteuerfrei einkaufen wollen – weil das auch ihre Kunden sind

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