9.04.2020 16:31
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Datenhoheit muss bei Bauer bleiben
Der Regierungsrat hat vergangene Woche das revidierte kantonale Landwirtschaftsgesetz in Vernehmlassung gegeben. Der Berner Bauernverband (BEBV) sieht darin eine Chance für eine zeitgemässe Erfassung und Mehrfachnutzung von landwirtschaftlichen Betriebsdaten. Die Datenhoheit müsse aber bei Landwirt bleiben.

Der Berner Bauernverband (BEBV) setzt sich im Zusammenhang mit der Revision des kantonalen Landwirtschaftsgesetzes für eine Vereinfachung und Effizienzsteigerung ein.

Administrative Vereinfachung gefordert

Der BEBV prüfe deshalb aktuell, ob die bestehende Gesetzesgrundlage Art. 11 des kantonalen Datenschutzgesetzes KDSG ausreichen würde und ob der Regierungsrat auf Verordnungsebene die notwendigen Anpassungen bereits vornehmen könnte, heisst es in einer Medienmitteilung des Verbandes. 

Das inhaltliche Ziel des BEBV ist es, die Datenhoheit weiterhin bei den Landwirtschaftsbetrieben zu halten. Zudem müsste eine administrative Vereinfachung erwirkt werden, bestehende Mängel bei den Schnittstellen behoben werden und neuste Technologien wie Landwirtschaft 4.0, Precision- und Smart Farming müssen integrierbar sein.

Weiter hält der Verband fest, dass der Kanton Bern noch über viele Klein- und Nutztierhalter verfüge, die elektronisch nicht auf dem neusten Stand seien. Für die Personen erwartet der BEBV eine "umsetzbare" Lösung. 

Daten nur einmal erfassen

Auch in der Landwirtschaft schreitet die Digitalisierung voran. Um administrative Prozesse weiter zu digitalisieren, müssen gesetzliche Grundlagen geschaffen werden, teilt der Kanton Bern mit. 

Die Revision des kantonale Landwirtschaftsgesetzes soll es dem Amt für Landwirtschaft und Natur (LANAT) ermöglichen, Daten weiterzugeben. Sie können zwischen verschiedenen Systemen ausgetauscht und müssen somit nicht mehrmals erfasst werden. Diese führe bei den Landwirtschaftsbetrieben zu einer administrativen Entlastung. Der Datenschutz habe höchste Priorität, versichert der Regierungsrat.

Änderungen soll es auch bei Verfügungen geben. Der Agrarvollzug wird im Kanton Bern auf dem E-Government-System GELAN durchgeführt. Landwirtschaftsbetriebe hinterlegen ihre Daten und Gesuche zu verschiedenen Vollzugsbereichen elektronisch (Direktzahlungen, Projektbeiträge, Naturschutz, Tierseuchenkasse etc.). Gemäss Mitteilung erhalten die Landwirtschaftsbetriebe künftig die Verfügungen nur noch in elektronischer Form.

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