1.12.2017 11:36
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wirtschaft
EWR-Nein kein ökonomisches Desaster
25 Jahre nach dem Nein zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ist die wirtschaftliche Katastrophe hierzulande ausgeblieben. Trotzdem hat die Schweiz eine Rezession vor dem Abschluss der bilateralen Verträge erlebt. Es gab aber auch Profiteure wie die Landwirtschaft.

Den Hauptgrund für ein Ausbleiben der ökonomischen Katastrophe sieht der Freiburger Wirtschaftsprofessor Sergio Rossi in den bilateralen Verträgen. Die Schweiz habe es mit dem Abschluss der Verträge geschafft, dass die Wirtschaft aus dem Schatten der 1990er-Jahre trete. Andernfalls wäre die hiesige Wirtschaft in Europa isoliert gewesen, sagte Rossi im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

Trotz der bilateralen Verträge seien der Schweiz Nachteile aus dem Nein am 6. Dezember 1992 erwachsen. «Die Bilateralen ermöglichten der Schweiz nicht den vollständigen Zugang zum EU-Binnenmarkt wie den anderen EWR-Mitgliedern.»

Das Nein zum EWR habe auch dazu geführt, dass Monopole in gewissen Branchen bestehen blieben, sagte Jan Atteslander, Leiter Wirtschaft beim Wirtschaftsdachverband economiesuisse. Der Protektionismus sei eine grosse Gefahr für die Schweiz, die 70 Prozent ihres nominalen Bruttoinlandsproduktes über Exporte reinholt.

Wirtschaftsprofessor Rossi schätzt dagegen, dass gewisse protektionistische Massnahmen wie im Umweltbereich für die Schweiz auch von Vorteil sind. Gelitten hätten exportorientierte Branchen wie die Pharma-, Chemie und Maschinenindustrie. Nutzniesserin sei die Landwirtschaft gewesen. Keinen Einfluss hatte das Nein zum EWR-Beitritt auf den Wert des Frankens. «Die Stärke der Schweizer Währung hängt wesentlich mit der Schwäche des Euro zusammen und weniger von den geopolitischen Spannungen in der Weltwirtschaft», sagte Rossi.

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