24.05.2020 06:05
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wallis
Fahrende passieren Schweizer Zoll
Trotz geltenden Corona-Weisungen: Französische Fahrende passieren den Zoll und fahren ins Wallis.

Trotz den geltenden Corona-Beschränkungen an der Grenze haben Fahrende aus Frankreich am Mittwoch eine Zollstelle in Genf passiert und sich anschliessend im Wallis installiert.

Der aus 35 Fahrzeugen bestehende Tross sei von einer Polizeieskorte nach Martigny VS begleitet worden, wo sich die Fahrenden installiert hätten, bestätigte ein Sprecher der Kantonspolizei Wallis auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA Meldungen von «20 Minuten» und der Zeitung «Le Nouvelliste».

In Martigny liegt der einzige Halteplatz für Fahrende im Kanton Wallis. Wann die Gruppe weiterfährt, war vorerst unbekannt. Die Polizei hält aber ständigen Kontakt zu den Fahrenden.

Grenzübertritte von Frankreich in die Schweiz sind wegen der Corona-Pandemie eigentlich nur für Schweizer Staatsbürger, Grenzgänger oder Personen mit zwingenden Gründen erlaubt. Die Grenzen zu Frankreich, Deutschland und Österreich werden am 15. Juni wieder geöffnet.

Personallücke am Zoll genutzt

Der Konvoi benützte am Mittwochnachmittag den Grenzübergang Mon-Idée in Thonex GE, wie ein Sprecher der Eidgenössischen Zollverwaltung auf Anfrage von Keystone-SDA erklärte. Die Zollstelle sei zu diesem Zeitpunkt nicht besetzt gewesen, weil die Beamten gerade auf Patrouille waren. An Nachmittagen kämen weniger Leute über die Grenze, weshalb das Personal jeweils reduziert werde.

Es sei nicht möglich gewesen, die 35 Wohnwagen zurückzuweisen und sie umgehend wieder an die Grenze zurück zu begleiten. Eine solche Aktion wäre laut dem Sprecher nur unmittelbar am Zoll oder nahe der Grenze möglich gewesen. Der Tross sei dafür aber schon zu weit entfernt gewesen.

Die Behörden haben vorerst darauf verzichtet, die Fahrenden mit einer Busse zu belegen. «Die Zollverwaltung ist dabei, den Fall zu prüfen», so der Sprecher.

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