24.10.2020 18:45
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Graubünden
«Klimaneutrale Landwirtschaft» startet
Das Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden» will die Landwirtschaft im eigenen Kanton der Klimaneutralität näherbringen. Das Projekt ist auf 10 Jahre ausgelegt.

Die rund 2000 Bauernbetriebe im Kanton Graubünden stossen zusammen etwa 270’000 Tonnen Treibhausgase (THG) pro Jahr aus, wie die «Bündner Zeitung» schreibt. Die bekanntesten dieser Gase sind Kohlenstoffdioxid, Methan und Lachgas. Die Landwirtschaft ist mit 13% daran beteiligt.

50 Betriebe

Das Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden» will den Wandel hin zu einer klimaschonenden Landwirtschaft initiieren und die Widerstandskraft der Berglandwirtschaft gegenüber den negativen Folgen des Klimawandels stärken. So wurde zum Beispiel ein Katalog mit über 30 Massnahmen aus den Bereichen Tierhaltung, Pflanzenbau und Energie zusammengetragen, die den Landwirtinnen und Landwirten aufzeigen, wie der Ausstoss von THG reduziert werden kann.   

Das Projekt ist auf zehn Jahre ausgelegt und in zwei Phasen aufgeteilt. In den ersten fünf Jahren werden ab 2021 rund 50 Betriebe unterschiedliche Produktionssysteme für klimarelevante Aktionen anwenden. Danach werden erfolgreiche Massnahmen auf die ganze Bündner Landwirtschaft ausgeweitet und im landwirtschaftlichen Alltag verankert. 

120 Franken pro Tonne CO2

Ziel des Projekts ist es, den Ausstoss der Bündner Landwirtschaft von geschätzt 270'000 Tonnen CO2 jährlich um 50 Prozent zu reduzieren. Zur Erreichung dieses Ziels sollen in den Jahren 2021 bis 2025 auf 50 repräsentativen Bündner Landwirtschaftsbetrieben Pilotprojekte und Innovationsmassnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstosses umgesetzt und erprobt werden. Ab dem Jahr 2026 sollen die Massnahmen, die sich bewährt und sich als massentauglich herausgestellt haben, auf die ganze Bündner Landwirtschaft ausgedehnt werden, hält der Kanton fest.

Für die fünfjährige Pilotphase sind Kosten von 7 Millionen Franken veranschlagt. Gestützt auf das kantonale Landwirtschaftsgesetz, beteiligt sich der Kanton mit Beiträgen von insgesamt 6,4 Millionen Franken. Davon kommen 4,3 Millionen Franken direkt als Förderbeitrag den Landwirtschaftsbetrieben, die mit den zu erprobenden Massnahmen ihren CO2-Ausstoss reduzieren, zugute. Im Durchschnitt werden 120 Franken pro Jahr und Tonne eingespartem CO2 ausgerichtet. Die restlichen Mittel von 2,1 Mio. Fr. sind für die Ausbildung, Kommunikation, Projektleitungs- und Controllingaufgaben nötig. 

Klimaschonend produzierte Lebensmittel

Mit dem Projekt "Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden" soll gemäss Kanton einerseits der Wandel zu einer klimaschonenden, treibhausgasreduzierten Landwirtschaft aufgegleist werden. Andererseits ist es aber auch das Ziel, den Bündner Landwirtschaftsbetrieben mit konkreten Grundlagen und Massnahmen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Dank eines Wissens- und Umsetzungsvorsprungs wird ihnen im Rahmen des Projekts ermöglicht, sich frühzeitig erfolgreich im Markt mit klimaschonend produzierten, hochwertigen Lebensmitteln zu positionieren, schreibt der Kanton.

Zur Erreichung der Ziele werden in den Jahren 2019 und 2020 eingehende Vorabklärungen getroffen sowie Massnahmen und ihre Wirkung eingeschätzt. Einbezogen in die Arbeiten sind verschiedene Amtsstellen, Experten, die Branchen sowie Praktiker. In den Jahren 2021 bis 2024 sollen im Rahmen eines Pilotprojekts mit einer begrenzen Anzahl an Landwirtschaftsbetrieben Massnahmen für mehr Ressourceneffizienz, einen geringeren Ausstoss sowie die Kompensation von Treibhausgasen entwickelt und umgesetzt werden. Dabei sollen auch die Betriebskosten gesenkt und die Wertschöpfung verbessert werden können. Auf der Grundlage des Pilotprojekts sollen ab 2025 Massnahmen auf die gesamte Bündner Landwirtschaft ausgedehnt werden.

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