18.10.2018 12:36
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bundesrat
Konkurrentin für Hegglin
Die Urner CVP-Regierungsrätin Heidi Z'graggen kandidiert für den Bundesrat. Die 52-Jährige steigt ins Rennen um die Nachfolge der abtretenden Bundesrätin Doris Leuthard. Auf eine Kandidatur verzichten wird hingegen der Urner CVP-Ständerat Isidor Baumann.

«Ich bin bereit, als Urnerin, Zentralschweizerin und Schweizerin und langjähriges Mitglied einer Kantonsregierung die Landespolitik mitzugestalten», lässt sich Z'graggen am Donnerstagmorgen in einer Medienmitteilung der CVP Uri zitieren. Sie bringe als Urner Regierungsrätin 14 Jahre Exekutiverfahrung mit. 

Gipfelstürmerin

Gut fühle sie sich. Sehr gut sogar. Jetzt, da ihre Bereitschaft zur Kandidatur offiziell ist. Sie sei zuversichtlich, und es sei schön, zu wissen, dass ein interessanter Weg vor ihr liege, sagte Z'graggen auf Anfrage von Keystone-SDA.

Sie habe ihre Kandidatur gut überdacht, die vergangenen Wochen genutzt, um ihre Situation zu analysieren und mit ihrem Umfeld zu besprechen.
«Ich fragte mich: Habe ich den Rucksack für dieses anspruchsvolle Amt?» Ihre Antwort sei klar: «Ja, den habe ich», sagte sie, die weiss, was es heisst, einen Rucksack zu tragen: In der Freizeit ist sie oft auf Wanderungen, fährt Ski und Velo. Tankt Kraft. Der «SonntagsBlick» betitelte sie kürzlich gar als «Gipfelstürmerin».

Vorlieben für ein Departement wollte sie keine nennen. Der Weg bis zum Ziel sei ja noch weit. »Die erste Etappe habe ich jetzt erreicht, indem ich mich zur Wahl stelle«, sagte sie. Sie gehe eines nach dem anderen an. Z'graggen möchte das Land, das so viele Stärken habe, mitgestalten, sagt sie. «Auf diesen Stärken und den Leistungen unserer Vorgängerinnen und Vorgänger will ich bauen.»

Glanzresultat

Heidi Z'graggen ist seit 2004 Urner Regierungsrätin und Justizdirektorin. Sie schaffte damals ihre Wahl in die Exekutive mit einem Glanzresultat. Von 2014 bis 2016 war sie Frau Landammann. Die Justizdirektorin ist auch Vorsitzende der regierungsrätlichen Planungskommission und damit zuständig für das Tourismusprojekt und die Skigebietsentwicklung in Andermatt des Investors Samih Sawiris.

Von 2000 bis 2005 war Z'graggen auch Präsidentin der CVP Uri, von 2007 bis 2016 sass sie im Parteipräsidium der CVP Schweiz. 2016/2017 präsidierte sie die Zentralschweizer Regierungskonferenz. Seit Anfang Jahr ist Heidi Z'graggen Präsidentin der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission, seit 2005 Mitglied des CKW-Verwaltungsrats.

Uri hatte noch nie einen Bundesrat

Heidi Z'graggen ist unverheiratet, hat keine Kinder und lebt seit 10 Jahren in einer Partnerschaft mit dem Zürcher SVP-Politiker und ZKB-Bankrat Bruno Dobler. Z'graggen absolvierte das Lehrerseminar in Altdorf und Rickenbach SZ und studierte später Politikwissenschaften in Bern. Sie wohnt in Erstfeld. Die CVP Uri ist überzeugt von Z'graggens Qualitäten, wie sie in der Medienmitteilung schreibt: «Sie wäre für die Zentralschweiz und die ganze Schweiz ein Gewinn». Zudem habe der Kanton Uri in der 170-jährigen Geschichte des Bundesstaats noch nie einen Bundesrat stellen können.

Als möglichen Kandidaten gehandelt wurde in den vergangenen Tagen auch der Urner CVP-Ständerat Isidor Baumann aus Wassen UR. Er sei aber nach reiflicher Überlegung zum Schluss zu kommen, zu Gunsten von Heidi Z'graggen nicht als Bundesrat zu kandidieren, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Bei seinen Überlegungen habe auch sein Alter eine Rolle gespielt. Baumann ist 63 Jahre alt.

Drei Zentralschweizer buhlen um Bundesratssitze

Mit Heidi Z'graggen möchten nun schon drei Zentralschweizer Bundesrat werden. Der erste offiziell nominierte CVP-Kandidat einer Kantonalpartei war Peter Hegglin. Der Zuger alt Regierungsrat und Ständerat wurde am Mittwochabend offiziell nominiert.
Weiter kandidiert auch der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki (FDP). Er bewirbt sich für die Nachfolge von Bundesrat Johann Schneider-Ammann (FDP), der wie Doris Leuthard (CVP) vorzeitig zurücktritt. Als Favoritin bei dieser Ersatzwahl gilt die St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter (FDP).

Die CVP-Kantonalparteien müssen die Kandidatinnen und Kandidaten bis am 25. Oktober nominieren und der Findungskommission melden. Die Bundesrats-Ersatzwahlen finden am 5. Dezember statt.

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