26.08.2019 15:36
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Handel
Mercosur wichtiger Handelspartner
Die Schweiz hat sich am Freitagabend gemeinsam mit den EFTA-Partnern auf ein Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenverbund Mercosur geeinigt. Während die Schweiz vor allem Medikamente nach Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay exportiert, werden aus den Mercosur-Länder zumeist Nahrungsmittel in die Schweiz importiert.

Der Mercosur-Verbund ist ein grosser und wichtiger Handelspartner für die Schweiz.

260 Millionen Einwohner

Die vier südamerikanischen Staaten erwirtschaften mit insgesamt 260 Millionen Einwohnern ein Bruttoinlandprodukt im Umfang von rund 2,4 Billionen US-Dollar. Noch offen bleibt, ob und wann Bolivien dem Pakt beitritt. Sechs weitere Staaten sind zudem assoziierte Mitglieder.

Die Schweiz exportiert heute Güter im Wert von etwa 3,6 Milliarden Franken pro Jahr in die Mercosur-Staaten, wie das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) mitteilte. Das meiste davon sind chemisch-pharmazeutische Produkte, also Medikamente. Sie machen rund drei Viertel der Schweizer Exporte aus. Mit knapp einem Fünftel sind Maschinen und Elektronikprodukte die zweitgrösste Exportklasse.

Kaffee und Fleisch

Auf der Gegenseite liefern die Mercosur-Staaten vor allem Nahrungsmittel in die Schweiz. Nahrungs- und Genussmittel machen einen Anteil von 57 Prozent an den gesamten Importen aus. Dabei stechen Kaffee und Fleisch als wichtigste Exportgüter heraus. Im Agrarbereich gewährt die Schweiz etwa für Fleisch, Käse, Speiseöle, Weizen, Früchte, Gemüse, Rotwein oder Futtergetreide jährliche Konzessionen.

Im Fokus des Abkommens steht der Abbau von Zöllen. Künftig sollen 95 Prozent der Ausfuhren aus der Schweiz zollbefreit werden. Angesichts der hohen Zölle, die bislang von den Mercosur-Staaten erhoben wurden, ermöglicht das Abkommen gemäss dem WBF jährlich Zolleinsparungen von über 180 Millionen Franken. Der durchschnittliche Zollansatz auf Schweizer Exporten liegt bei 7 Prozent mit Zollspitzen bis zu 35 Prozent.

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