12.03.2013 06:58
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Einkommen
Ohne Bedingungen 2500 Franken im Monat – auch für Bauern
Christine Bühler, Ulrike Minkner und Franziska Ruchti diskutierten über ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Der Staat soll allen Personen in der Schweiz  automatisch eine lebenslängliche Rente garantieren. Das will ein Komitee um den Alt-Bundesratssprecher Oswald Sigg mit einer Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen erreichen. Die Regionalgruppe Grundeinkommen Bern lud vergangene Woche zu einem Podium.

Schwer vorstellbar

Eine der drei eingeladenen Frauen aus der Landwirtschaft war Franziska Ruchti, Agronomin und Leiterin der Abteilung Direktzahlungen im Kanton Schaffhausen, die aber betonte, dass sie als Privatperson hier sei. Sie stellte klar, dass die heutigen Direktzahlungen nicht mit einem Grundeinkommen verglichen werden können. Denn dafür müsse eine ganz bestimmte Leistung erbracht werden, die auch überprüft werde.

Christine Bühler, Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes, erklärte, sie sei ihr ganzes Leben lang selbstständig erwerbend gewesen. So habe sie Mühe, sich ein solches Grundeinkommen vorzustellen: «Ich sehe nicht, dass so die Motivation da ist, bis 17 Uhr Blacken zu stechen und nicht schon um 15 Uhr damit aufzuhören.» Eine junge Frau im Publikum erklärte, viele Leute in der Bevölkerung würden gerne in der Landwirtschaft mithelfen – das Grundeinkommen würde ihnen erlauben, dies auch zu tun.

Frei vom Rentabilitätszwang entscheiden

Uniterre-Co-Präsidentin Ulrike Minkner sieht einen Vorteil, wenn das Grundeinkommen direkt an die Frauen überwiesen würde, denn so müssten sie ein eigenes Konto haben. Das Geld müssten sie auch nicht in den Betrieb stecken, sondern könnten damit vielleicht in die Ferien fahren. Laut den Initianten hätten Bauern so die Möglichkeit, frei vom Rentabilitätszwang zu entscheiden, was und wie sie produzieren.

Gefragt, wie sie stimmen würden, wenn die Initiative am nächsten Sonntag zur Abstimmung käme, antworteten Ruchti und Minkner mit Ja. Bühler sagte, sie müsste erst das Abstimmungsbüchlein studieren.

Von Kosten kein Wort

Wie hoch das Grundeinkommen ausfallen sollte, ist im Initiativtext nicht definiert. Im Begleitbuch aber werden die Zahlen von monatlich 2500 Fr. für jede erwachsene Person und 625 Fr. für jedes Kind genannt.

Zur Finanzierung und den nötigen Steuererhöhungen aber fiel am Dienstagabend in Bern während zweier Stunden kein einziges Wort. Auch nicht zur Frage, wie viele in die Schweiz einwandern möchten, um die 2500 Franken pro Monat zu erhalten

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