21.11.2019 13:11
Quelle: schweizerbauer.ch - hal
Schweizer Bauernverband
SBV-Direktor Bourgeois tritt zurück
Der 61-jährige Jacques Bourgeois gab am Donnerstag an der Delegiertenversammlung des Schweizer Bauernverbandes seinen Rücktritt auf Ende März 2020 bekannt.

Der 61-jährige Jacques Bourgeois gab am Donnerstag an der Delegiertenversammlung des Schweizer Bauernverbandes seinen Rücktritt auf Ende März 2020 bekannt.

17 Jahre lang hielt der FDP-Nationalrat Jacques Bourgeois aus Avry FR sein Amt als Direktor des Schweizer Bauernverbandes (SBV) inne. Nun gab er an der SBV-Delegiertenversammlung im Kursaal in Bern seinen Rücktritt als Direktor auf Ende März 2020 bekannt.

«Interne Lösung im Vordergrund»

SBV-Präsident Markus Ritter teilte der Versammlung mit, dass sich der Vorstand im Dezember mit der Nachfolgeplanung befassen werde. Es stehe eine interne Lösung im Vordergrund, betonte er.

Damit liegt die Vermutung nahe, dass aus der bestehenden Geschäftsleitung eine Persönlichkeit nachrücken wird. Die SBV-Geschäftsleitung setzt sich wie folgt zusammen: Urs Schneider ist Leiter Departement Kommunikation und Services und zudem stellvertretender SBV-Direktor. Martin Rufer leitet das Departement Produktion, Märkte und Ökologie sowie den Geschäftsbereich Viehwirtschaft. Francis Egger leitet das Departement Wirtschaft, Bildung und Internationales und Peter Kopp, Leiter Departement Soziales und Dienstleistungen sowie Agrisano-Generalsekretär, vervollständigt die Geschäftsleitung.

«Entscheidende Rolle gespielt»

Es sei unglaublich, was in dieser Amtszeit von Jacques Bourgeois alles geschehen ist, sagte Ritter rückblickend und dankte ihm für sein langjähriges Engagement zugunsten der Schweizer Bauernfamilien. Die Zeit war geprägt von vier Reformetappen. Zudem habe Bourgeois bei einigen aus einer Vielzahl landwirtschaftlicher Vorlagen, die zur Abstimmung gelangten, eine entscheidende Rolle gespielt.

Anne Challandes ist Vize-Präsidentin

Die Delegierten wählten die Bäuerin, Anwältin und neue Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands (SBLV) Anne Challandes zur Vizepräsidetin des SBV. Sie tritt damit auch bei dieser Funktion in die Fussstapfen von Christine Bühler. Die 51-jährige Challandes aus dem neuenburgischen Fontainemelon führt mit ihrem Ehemann Stéphane Challandes einen gemischten Betrieb mit 65 ha LN. Der Betrieb ist seit 2018 in der Umstellungsphase auf Bio.

«Importfördernde Initiativen»

Die Trinkwasser- und Pestizid-Initiativen galten an der Delegiertenversammlung als zentrale Themen. «Sie haben das Potenzial, die Schweizer Landwirtschaft nicht nur auf den Kopf, sondern in der heutigen Form in Frage zu stellen», sagte Ritter. Martin Rufer sprach von «einschneidenden, kontroproduktiven und importfördernden Initiativen.»

Aber auch das Freihandelsabkommen mit den Mercosurstaaten, welches in den nächsten Wochen unterzeichnet werden soll, beschäftigt. Ritter hat diesbezüglich wenig Verständnis für das Vorgehen des Bundesrates. Der gleiche Bundesrat wolle einerseits die Schrauben im Bereich Umwelt und Tierwohl weiter anziehen und andererseits den Import von Produkten fördern, die in keiner Art und Weise nur annähernd unseren Standards entspreche. Er brachte es wie folgt auf den Punkt: «Wie sollen wir so viel Schizophrenie nachvollziehen können?»

Gewinner der SBV-Medienpreise 2019

Zum elften Mal vergab der Schweizer Bauernverband an seiner DV einen Medienpreis und zeichnete damit in jeder Sprachregion eine überzeugende, mediale Auseinandersetzung mit dem Thema Landwirtschaft aus. Der Medienpreis – im Wert von je 2000 Franken – wird von der Agrisano gesponsert, eine Tochter des SBV im Versicherungsbereich.

Jan, der andere Bauer

Der Preis für die Deutschschweiz geht an Marcel Huwyler (Text) und Remo Nägeli (Fotos) für die Reportage «Jan, der andere Bauer», die am 17. August 2018 in der Schweizer Illustrierten erschien. Jan taucht eines Tages im Stall von Beat Windlin in Kerns (OW) auf. Mittlerweile hilft der dem Bauern seit acht Jahren an zwei Tagen die Woche. Die sehr berührende Reportage zeigt – reicht bebildert – wie Bauernhof und Alp für einen jungen Mann mit Down-Syndrom das Glück bedeuten und wie die Familie Windlin diese Integration ermöglicht. 

Eine Schweiz ohne Bauern?

Der Preis für die Westschweiz gewinnt Jean-Philippe Buchs für seinen Artikel «Une Suisse sans paysans?», der am 22. August 2018 in der Zeitschrift «Bilan» veröffentlicht wurde. Er geht darin der Frage nach, welche Wege die Bauernbetriebe einschlagen, um in den aktuell schwierigen Zeiten über die Runden zu kommen. Ein zentraler Aspekt ist dabei das Thema Finanzierung inklusive neuer Möglichkeiten z.B. mit Risikokapitalfonds zur Förderung von Innovation und Diversifizierung.

Einblicke in Betriebsstrategien

Den Preis für das Tessin teilen sich Sabina Zanini, Valentina Moccetti, Nadia Ticozzi und Joel Dalcol für ihre Fernsehserie zur Landwirtschaft «Le mani nella terra, la testa nel futuro» im Rahmen der Sendung «Tempi moderni». In vier Beiträgen porträtieren sie Bauernfamilien und geben Einblicke in deren Betriebsstrategien. So individuell die Personen und Modelle auch sind: Alle sehen sie in der Landwirtschaft langfristig eine Perspektive.

Mehr von der Delegiertenversammlung lesen Sie am Samstag, 23. November im "Schweizer Bauer".

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