27.01.2020 07:01
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Initiative
Streit wegen Trinkwasserinitiative
Beim Schweizer Wasser- und Gasverband (SVGW) ist laut der «SonntagsZeitung» ein Streit über eine Abstimmungsempfehlung ausgebrochen. Die Zeitung beruft sich auf eigene Recherchen.

Der Verband setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Der Hauptkommission für Wasser und jener für Gas. In der Wasserkommission sitzen die Chefs von Wasserversorgungen, Vertreter von Bundesämtern, des Wasserforschungsinstituts Eawag und weitere Wasserfachleute.

Die Wasserkommission forderte, die Trinkwasser- und Anti-Pestizid-Initiative zu unterstützen, sofern kein sofern kein substanzieller Gegenvorschlag zustande kommt. Aber die Wasservertreter hätten die Rechnung ohne die Verbandsspitze gemacht, berichtet die «SonntagsZeitung». Der von der Gaslobby dominierte Vorstand habe die Wasserversorger übergangen und deren Forderung diskussionslos versenkt.

Für Roman Wiget, Chef der Trinkwasserversorgung des Berner Seelands und Mitglied der Wasserkommission, ist das Affront: «Man hat den Trinkwasserversorgern einen Maulkorb verpasst.» Gemäss Wiget ist der Verband «dominiert von der Strom- und der Gasbranche» und diese sei finanziell viel potenter. Die «Gasvertreter» seien wegen des Klimawandels selbst unter Druck und würden deshalb Differenzen mit bürgerlichen Politikern vermeiden. 

Verbandsdirektor Martin Sager sieht das nicht so. Der SVGW unterstütze alle politischen Geschäfte, welche den Ressourcenschutz und die Wasserqualität langfristig sichern. Der Verband unterstütze einen Gegenentwurf zu den Initiativen. 

Für Wiget gibt es keine gemeinsame Zukunft mehr. Er fordert die Abspaltung. Das Gas sei für das Wasser der falsche Partner. Die Wasserversorger seien auf einen Verband angewiesen, der «die Anliegen unserer Branche auch politisch einbringt und vertritt», sagt Wiget zur «SonntagsZeitung».

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