19.09.2015 18:24
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Wahlen
Viel mehr Bauern kandidieren
Deutlich mehr bäuerliche Kandidaten als vor vier Jahren stellen sich dem Volk am 18. Oktober zur Wahl ins eidgenössische Parlament in Bern. Das zeigen die Wahlempfehlungen der kantonalen Bauernverbände.

Die kantonalen Bauernverbände empfehlen schweizweit 161 bäuerliche Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl. Das zeigt eine Umfrage des «Schweizer Bauer». Vor vier Jahren waren es erst 123 Kandidaten, die von ihren kantonalen Bauernverbänden empfohlen wurden.

Fokus ausgeweitet

Wie kommt es dazu? «An diesen Wahlen gibt es gesamthaft so viele Kandidierende wie noch nie», erklärt Sandra Helfenstein, Mediensprecherin beim Schweizer Bauernverband (SBV). Dann nähmen auch mehr Parteien und  junge Listen an den Wahlen teil: «Wenn alle Parteien bäuerliche Kandidierende aufstellen, gibt es am Schluss auch mehr Personen.»

Der SBV habe zudem die kantonalen Organisationen aufgerufen, sicherzustellen, dass auf allen Listen bäuerliche Vertreter zu finden seien. Eine weitere Erklärung: Der Fokus wird ausgeweitet, zunehmend werden nicht nur praktizierende Landwirte, sondern bauernverbandsnahe Vertreter aus der vor- oder nachgelagerten Industrie oder auch Verbandsfunktionäre empfohlen.

Zwei Bauernvertreter treten zurück

Was sagt der SBV zu dieser Entwicklung? «Grundsätzlich ist es nicht schlecht, wenn die Bauernverbände auch deklarieren, wer ausserhalb der praktizierenden Bauernschaft zu den Sympathisanten zählt und mit wessen Unterstützung man rechnen kann. Wir arbeiten schon länger auch eng mit Parlamentariern zusammen, die mit der Landwirtschaft verbunden sind, zum Beispiel mit Verbandsfunktionären», betont Helfenstein.

Auffallend ist auch, dass nicht jeder kantonale Bauernverband die gleichen Kriterien anwendet. Während etwa der Berner Bauernverband nur Personen empfiehlt, die entweder den Mitgliederbeitrag bezahlen oder dann als Funktionäre ein Amt in einer landwirtschaftlichen Organisation innehaben, empfehlen andere kantonalen Verbände generell bauernfreundliche Kandidierende.

Eines ist aber schon jetzt klar: Wenn die bäuerliche Bundeshausfraktion ihre Stärke von 34 Mitgliedern behalten will, müssen möglichst viele Wähler mobilisiert werden, die an die Urne gehen. Denn zwei gewichtige Abgänge müssen ersetzt werden. Die Nationalräte Max Binder (SVP, ZH) und Hansjörg Hassler (BDP, GR) verlassen nach 24 und 16 Jahren das Bundeshaus.

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