21.09.2016 18:00
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Einkommen
Bäuerinnen orten Verfassungsbruch
Bei den aktuellen Einkommen pro Familienarbeitskraft könne nicht mehr von einem gerechten Lohn gesprochen werden, so der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV).

Letzte Woche präsentierte Agroscope die Zahlen zum landwirtschaftlichen Einkommen 2015. Das Betriebseinkommen lag um 6,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das durchschnittliche Einkommen pro Betrieb ist auf 61'400 Franken oder 44'600 Franken pro familieneigener Arbeitskraft gesunken.

Dass hingegen das ausserlandwirtschaftlichen Einkommen um 3,4 Prozent zugenommen habe, sei auch kein Trost, schreibt der SBLV in einer Medienmitteilung. Das bedeute, dass die Bäuerinnen und Bauern für mehr Arbeit weniger Geld eingenommen hätten.

Zudem stelle der SBLV einmal mehr fest, dass das landwirtschaftliche Einkommen gegenüber vergleichbaren Einkommen viel zu tief ausfalle. "Mit einem Einkommen pro Familienarbeitskraft von ungefähr 44'000 Fr., was einem Monatslohn von rund 3'500 Fr. entspricht, kann nicht mehr von einem gerechten Lohn gesprochen werden", mahnt der SBLV.

Artikel 5 des Landwirtschaftsgesetzes, der ein vergleichbares Einkommen vorschreibe, könne deshalb als toter Buchstabe bezeichnet werden. "Wir müssen uns fragen, ob gemäss Artikel 41 der Bundesverfassung, der ein minimales Einkommen für Erwerbstätige vorschreibt, nicht ein Verfassungsbruch vorliegt", betont die Organisation.

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