29.03.2019 17:47
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
St. Gallen
Basis-Ausbildung in Landwirtschaft
Ein Qualifizierungsprogramm im Kanton St. Gallen vermittelt Flüchtlingen über sechs Monate eine Basis-Ausbildung in Landwirtschaft und Landschaftsunterhalt. Die ersten Erfahrungen damit sind gut, wie ein Augenschein in Wittenbach SG zeigt.

Auf dem Landwirtschaftsbetrieb Kappelhof in Wittenbach bei St. Gallen informierten die Verantwortlichen des St. Galler Trägervereins Integrationsprojekte (TISG), der Schule Rheinspringen und des St. Galler Bauernverbands am Freitag über das Pilotprojekt. Dieses läuft seit Anfang Januar.

Nach acht Wochen Schule und einer Praktikumswoche auf Bauernhöfen wurden die ersten elf Flüchtlinge Mitte März ihren Praktikumsbetrieben zugeteilt. Praktikumsplätze zu finden, sei einfacher als erwartet gewesen, sagte der Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbands, Andreas Widmer.

Landwirtschaft interessiert

«Uns hat das grosse Interesse und die Initiative der Bauernfamilien für die berufliche Integration von Flüchtlingen sehr positiv überrascht.Wir haben ein Mehrfaches an interessierten Landwirtschaftsbetrieben für die Aufnahme eines Praktikanten, als überhaupt Teilnehmer vorhanden sind.» In der Landwirtschaft bestehe die Hoffnung, auf diesem Weg zusätzliche Fachkräfte für die Branche zu gewinnen.

Das halbjährige Qualifizierungsprogramm vermittelt Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen grundlegende Kompetenzen in Landwirtschaft und Landschaftsunterhalt. Es soll sie auf eine anschliessende berufliche Grundausbildung mit Eidgenössischem Berufsattest (EBA) oder Fähigkeitszeugnis (EFZ) vorbereiten. Schwächere und lernungewohnte Lernende können nach Möglichkeit ein Praktikum anhängen oder als Hilfskräfte in den Arbeitsmarkt einsteigen.

Deutsch, Mathe und Fachkunde

In der Schule Rheinspringen in St. Gallen erhalten die Teilnehmer Unterricht in Deutsch, Mathematik und landwirtschaftlicher Fachkunde. Die Teilnehmer am Ausbildungsprogramm wurden zu Beginn während 8 Wochen intensiv beschult. Zudem haben sie eine Exkursionswoche in Landwirtschaftsbetrieben absolviert. Dort lernten sie einfache betriebliche Abläufe, den Umgang mit Maschinen und Geräten und die Haltung der Tiere kennen.

Anfangs Juli ist dann das Ausbildungsprogramm abgeschlossen. Dann wird der weitere berufliche Weg festgelegt. Das kann eine anschliessende Berufslehre EFZ oder EBA, eine Vorlehre oder eine Anstellung als Hilfskraft mit Berufskursen «on the Job» sein.

«Das Pilotprojekt wurde sehr sorgfältig aufgebaut», erklärte TISG-Präsident Patrik Müller. Ein Erfolg bedeute für die Flüchtlinge, dass ihre Integration nachhaltig sei. Die Bäckerbranche führe seit mehreren Jahren ein ähnliches Projekt, die Erfahrungen damit seien durchwegs positiv.

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