27.06.2013 11:15
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bildung
Die Schweiz hat zu wenig Agronomen
In der Schweiz mangelt es teilweise an Agronomen und Lebensmitteltechnologen. Das hat eine Studie unter 180 Firmen und Organisationen der Agro-Food-Branche ergeben. Gerade in den Bereichen Forschung und Entwicklung müssen Schweizer Unternehmen heute oft auf ausländische Spezialisten ausweichen.

Noch könne aber nicht von einem «ausgeprägten Fachkräftemangel» die Rede sein, schrieb der Schweizerische Verband der Ingenieur-Agronomen und der Lebensmittel-Ingenieure (SVIAL) in einem Communiqué vom Donnerstag. Der Verband hat gemeinsam mit anderen Organisationen die Studie in Auftrag gegeben. 

Überdurchschnittliche Entwicklung

Die Umfrage hat ergeben, dass die Hälfte aller befragten Firmen, die mit Lebensmittel aus der Landwirtschaft arbeiten, ihren Personalbestand an Lebensmittelingenieure in den nächsten fünf Jahren ausbauen will. 

Das sei eine überdurchschnittliche Entwicklung im Vergleich zu den restlichen Bereichen der Firmen, schreiben die Macher der Studie. Im Vergleich dazu werde sich der künftige Bedarf an Agronomen «etwas weniger dynamisch» entwickeln. 

Vermehrter Mangel an ETH-Absolventen 

Unterschiede zeigen sich auch zwischen der Rekrutierung von Absolventen von Fachhochschulen (FH) im Vergleich zu Absolventen der universitären Ausbildung an der ETH (UH). Weil die Ausbildungsleistung der FH in den letzten 10 Jahren gesteigert worden, jene der ETH aber zurückgegangen sei, habe 2012 ein geringerer Mangel an FH-Absolventen denn an Uni-Abgängern bestanden. 

Dennoch blickt der Verband SVIAL optimistisch in die Zukunft. Der Studieneintritt zur ETH sei in den vergangenen drei Jahren wieder erhöht worden, deshalb rechne man damit, mit dem Bedarf an Uni-Absolventen Schritt halten zu können. 

Managementkompetenzen gefragt 

In der Studie wurden die Arbeitgeber weiter befragt zu den Leistungen ihrer Fachkräfte. 9 von 10 Unternehmen sind generell zufrieden mit den Hochschulabsolventen. Die naturwissenschaftlichen Grundlagen beherrschen Agronomen wie auch Lebensmittelingenieure. Jedoch zeigte die Befragung, dass nur jeder zweite Arbeitgeber zufrieden ist mit dem Wissen seiner Fachkräfte in lebensmittelwissenschaftlichen Grundlagen. 

Verbesserungspotenzial sehen die Arbeitgeber bei beiden Berufen auch im Bereich der Managementkompetenzen, vor allem wenn es um die Leitung von Projekten wie auch Personal gehe. Auch die «hohen Anforderungen» an Kommunikation und Problemlösungsfindung werden nicht erreicht, geht aus der Studie hervor. 

Die Befragung ergab zudem leichte Lohnunterschiede zwischen beiden Berufen: Agronominnen und Agronomen erzielen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt höhere Einkommen als Lebensmittelingenieure. Die Einstiegslöhne bewegen sich zwischen 78'000 und 83'000 Franken brutto.

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