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4.04.2019 11:34
Quelle: schweizerbauer.ch - jul/blu
Bio
«Hängt auch von Klima ab»
Viele Biobauern hatten letztes Jahr wegen des trockenen Sommers nicht genug eigenes Raufutter für ihre Tiere. Bio Suisse erteilte deshalb gemäss der Sendung "Kassensturz" 800 Sonderbewilligungen an die Bauern. Wie handhabt es Bio Suisse dieses Jahr mit dem konventionellen Futter? -> Mit Video
Dieser «Kassensturz»-Beitrag gab zu reden. Gezeigt wurde der Landwirt Christian Hinder aus Bischofszell TG. Er bewirtschaftet einen 15 Hektaren grossen Betrieb, auf dem er Biomilch und -gemüse produziert. «Wegen der grossen Trockenheit reichte unser Knospenfutter nicht mehr, ich musste von einem Nachbarbetrieb, der konventionell wirtschaftet, zukaufen», sagte Hinder. Auch andere Biobetriebe konnten ihm nicht aushelfen. 

800 Sonderbewilligungen

Damit verstiess Hinder nicht gegen die Auflagen von Bio Suisse. Er hatte eine Sonderbewilligung erhalten. Insgesamt erhielten 800 Bio-Betriebe die Sonderbewilligung, ihren Tieren konventionelles Futter zu verabreichen. (2017 waren es 21)

Der Kassensturz kritisiert nun, dass das Füttern von Biokühen mit konventionellem Futter nicht transparent gemacht wird. Dazu nahm Thomas Herwig, Leiter Fachgruppe Milch von Bio Suisse und Biobauer Stellung. Nach mehreren Nachfragen des Moderators Ueli Schmetzer sagte er, dass er persönlich der Meinung sei, dass es einfacher wäre, «wenn wir das Zufüttern von konventionellem Futter verbieten. Am Schluss entscheidet aber die Delegiertenversammlung», machte er klar.

"Wenn trocken, nochmal Sonderbewilligungen"

An der Jahresmedienkonferenz von Bio Suisse konfrontierte schweizerbauer.ch im Videointerview auch den neuen Geschäftsführer Balz Strasser mit der Frage, wie Bio Suisse dieses Jahr mit den Sonderbewilligungen umgehen werde. Er könne die Frage noch nicht beantworten, sagte er. «Es kommt darauf an, wie sich das Klima entwickelt. Wenn es wieder einen so trockenen und heissen Sommer geben sollte, müssen wir nochmal auf diese Ausnahmebewilligungen zurückgreifen. Wir werden aber sicher aus den Erfahrungen vom letzten Jahr lernen und in den verschiedenen Kommissionen schauen, wie wir damit umgehen», sagte der Geschäftsführer. 

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