30.03.2019 15:52
Quelle: schweizerbauer.ch - pd
Luzern
Harsche Kritik an Kanton und Bund
Der Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband lud am Freitag zur Delegiertenversammlung in Schüpfheim LU ein. Geschäftsführer Stefan Haller übte Kritik am Kanton Luzern und an Bundesbern.

135 Delegierte nahmen an der Jahresversammlung des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbands (LBV) in Schüpfheim teil. Ein Antrag, die Amtszeitbeschränkung für den LBV-Präsidenten von acht auf zwölf Jahre zu erhöhen, scheiterte, eine Verjüngung sei in Verbänden erwünscht, wurde argumentiert. Zahlreiche Votanten sehen einen Wechsel als Chance.

Wachsam sein

Harsche Kritik gab es an die Adresse des Kantons und an Bundesbern. Was da bei Gewässerräumen vorgeschlagen werde, sei ein Theater, enervierte sich Geschäftsführer Stefan Heller. Kopfschütteln habe vor allem verursacht, wie und wo der Kanton Grossgewässer, mit entsprechend breiten Gewäs-serräumen, definiert habe.

Und nun zeige sich bei ersten Begehungen in Gemeinden, was die Planvorschläge «auf dem Feld» bedeuten würden. Er rief die Gemeinden und betroffenen Grundeigentümer auf, wachsam zu sein und sich rechtzeitig zu wehren.

Auch Ritter kritisiert

Auch Markus Ritter, Präsident Schweizer Bauernverband, sparte nicht mit Kritik an die Vorschläge der Verwaltung in Bern, so konkret zur vorgesehenen Revision des Raumplanungsgesetzes, gegen welche es zwar von links bis rechts Widerstand gebe. Die Vorlage sei für die Landwirtschaft unerträglich und zukunftsfeindlich.

«Es kann doch nicht sein, dass es für Siloballen die länger als zwei Monate gelagert werden, eine Baubewilligung braucht», nannte Ritter nur ein Beispiel. Widerstand meldete der Bauern-verband auch gegen die Verschärfung der Luftreinhalteverordnung an, welche ein Obligatorium für Gül-len mit den Schleppschlauch vorsieht. «Es braucht Förderungen, nicht Verbote», so Ritter.

Grossen Einsatz brauche es seitens Landwirtschaft im Kampf gegen die Initiativen gegen Pflanzen-schutzmittel, welche existenzgefährdend wären.«Die Bauern müssten der Bevölkerung mehr aufzeigen, was sie für die Umwelt und den Ressorucen-schutz schon heute leisten», meinte LBV-Präsident Kobi Lütolf. Die Bevölkerung sei zwar derzeit sehr empfänglich für Umweltanliegen, das persönliche Konsumverhalten stehe aber oft im Widerspruch da-zu.

Stiftung wird unabhängiger

Die LBV-Stiftung Landwirtschaftliches Altersheim Hermolingen wird künftig unabhängiger vom Verband und erhält mehr Kompetenzen. Die Delegierten genehmigten die Anpassung der Stiftungsurkunde einstimmig. Einstimmig genehmigt wurde deswegen auch Anpassungen der Statuten. 

Die Jahresrechnung des Verbands schliesst bei einem Umsatz von rund 5.4 Mio Franken und mit einem Gewinn von rund 36000 Franken ab. Es wurden allerdings umfangreiche Arbeitgeberreserven und Rückstellungen für einen anstehenden Umbau der Geschäftsstelle in Sursee geschaffen.

Aus dem Vorstand verabschiedet wurde Toni Kaufmann aus Winikon, der nach 11 Jahren zurücktrat und sich vor allem im Bereich Öffentlichkeitsarbeit engagierte. Sein Sitz wurde nicht ersetzt, im Wahl-jahr 2020 werden hingegen drei Vorstandssitze neu zu besetzen sein, so auch der Präsident. Dazu wird eine Findungskommission eingesetzt. 

Organisiert wurde die Generalversammlung vom Bauern- und Bäuerinnenverein Schüpfheim. Der Verein feiert heuer sein 100-Jahr-Jubiläum.

 

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