5.09.2013 10:31
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Einkommen
Landwirtschaftliche Einkommen sinken um 6 Prozent
Das Jahr 2012 war für die Schweizer Bauern kein gutes Jahr. Das landwirtschaftliche Einkommen hat gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Prozent abgenommen. Gemäss einem Communiqué der Agroscope ist dies hauptsächlich auf tiefere Erträge im Pflanzenbau zurückzuführen.

Das durchschnittliche Einkommen der Referenzbetrieb betrug im vergangenen Jahr 56'000 Franken, der Arbeitsverdienst je Vollzeit-Familienarbeitskraft nahm leicht auf 43'700 Franken zu. „Diese unterschiedliche Entwicklung ist auf den stark sinkenden Zinsanspruch für das Eigenkapital bei der Berechnung des Arbeitsverdienstes zurückzuführen“, hält die Agroscope fest.

Die mittlere Rohleistung (Umsatz) je Betrieb betrug 259’800 Franken. Damit blieb diese trotz Flächenwachstum der Betriebe um 2,4 Prozent praktisch auf dem Niveau des Vorjahres. Ins Gewicht fielen die tieferen Rohleistungen aus dem Pflanzenbau. Diese nahmen um durchschnittlich 3'200 Franken (-8,2 %) auf knapp 35'800 Franken ab. „Das weitgehend durchschnittliche Landwirtschaftsjahr 2012 konnte nicht an das hervorragende Pflanzenbaujahr 2011 anknüpfen“, heisst es weiter.

Höhere Rohleistung in der Tierhaltung

Massgeblich zum Rückgang beigetragen haben tieferen Rohleistungen beim Brotgetreide (-990 Franken/-15,9 %) sowie bei den Zuckerrüben (-300 Franken/-10,6 %). Niedrigere Preise und eine deutlich geringere Ernte als 2011 haben im Obstbau zu einer Abnahme der Rohleistung von 1’100 Franken (-16,1 %) geführt. Jene der Trauben fiel um 950 Franken (-21,8 %).

Eine höhere Rohleistung hingegen wurde bei der Tierhaltung gemessen. Diese stieg um knapp 1’600 Franken oder 1,4 %. Dank einer Zunahme des durchschnittlichen Mutterkuhbestandes und leicht anziehender Preise im Rindviehmarkt wurde bei der Mutterkuhhaltung ein deutliches Plus von 9,6 % registriert. Auch bei der Milchproduktion stieg die Rohleistung trotz äusserst tiefen Milchpreisen an. Die Forscher von Agroscope haben eine Zunahme von 1'060 Franken (+2,1%) gemessen. Dieses Plus sei auf die höhere Milchmenge pro Betrieb zurückzuführen. 

Mehr Direktzahlungen pro Betrieb

Die Direktzahlungen (inkl. Ackerbaubeiträge) pro Betrieb haben gegenüber 2011 um rund 2’100 Franken (+3,4 %) zugenommen. „Die Zunahme ist vor allem auf das flächenmässige Wachstum der Betriebe zurückzuführen. Zur Steigerung beigetragen haben aber auch die Direktzahlungen für den ökologischen Ausgleich (+210 Franken) sowie für die BTS- (Besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme) und RAUS- (Regelmässiger Auslauf im Freien) Programme (+290 Franken)“, hebt Agroscope hervor.

Die Fremdkosten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 3’400 Franken (+1,7 %). Pro Betrieb wurden 2012 203’800 Franken aufgewendet. Die Sachkosten im Pflanzenbau und in der Tierhaltung blieben praktisch auf Vorjahresniveau, die Kosten für Energie (Treibstoffe und Heizung) sowie Reparaturen und Abschreibungen von Gebäuden und Maschinen haben aber zugenommen. „Die Kosten für Schuldzinsen hingegen lagen 2012 unter dem Vorjahresniveau, da der mittlere Zinssatz für Fremdkapital erneut zurückgegangen ist“, heisst es in der Mitteilung.

Ausserlandwirtschaftliche Einkommen stabil

Das ausserlandwirtschaftliche Einkommen betrug im vergangenen Jahr 26’800 Franken. Dies bedeutet im Vergleich zu 2011 eine geringfügige Zunahme. Zusammen mit dem landwirtschaftlichen Einkommen ergibt sich das Gesamteinkommen, das im Mittel auf 82’700 Franken (-3’500 Franken gegenüber 2011) zu liegen kam. „Diese Mittel stehen den Bauernfamilien für den Privatverbrauch und zur Eigenkapitalbildung zur Verfügung“, schliesst das Communiqué.

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