9.07.2020 06:01
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Unternehmen
Liebefeld Kulturen AG zügelt
Die Liebefeld Kulturen AG und der Kanton Freiburg wollen ihre Zusammenarbeit verstärken. Ein wichtiger Schritt zur Schaffung eines nationalen Kompetenzzentrums für Rohmilch und Lebensmittel.

Ein Projekt der Liebefeld Kulturen AG und des Kantons Freiburg sieht vor, bis 2024 auf dem Campus Grangeneuve-Posieux ein Gebäude zu errichten, in die 2019 gegründete Liebefeld Kulturen AG untergebracht werden soll, wie das landwirtschaftliche Institut des Kantons Freiburg in Posieux mitteilt. Das sei ein wichtiger Schritt zur Schaffung eines Kompetenzzentrums für Rohmilch und Lebensmittel auf nationaler Ebene.

Die letztes Jahr gegründete Liebefeld Kulturen AG hat Anfang Oktober 2019 den Betrieb übernommen. Im Hinblick auf den bevorstehenden Umzug der Agroscope nach Posieux suchte die Liebefeld Kulturen AG eine neue Betriebsstätte. Die intensiven Verhandlungen der letzten Monate führten zum Entschluss, bis 2024 auf den Campus Grangeneuve-Posieux in ein eigenes Produktionsgebäude umzuziehen.

Die Liebefelder Käsekulturen 

Ende November 2018 unterzeichneten Milchbranche und Bund die Verträge zum Public Private Partnership (PPP). Damit wird unter anderem die Kulturen-Produktion gemeinsam betrieben. Die für Schweizer Käse enorm wichtige Arbeit ist somit gesichert.

Die Bakterien-Kulturen werden benötigt, um Käse zu produzieren. Sie werden der Milch zugesetzt und wandeln Milchzucker in Milchsäure um. Die Gärung und Reifung ist ein zentrales Element der Käse-Produktion. Agroscope hat rund 100 Jahre Erfahrung in der Herstellung der Kulturen, die nur innerhalb der Schweiz verkauft werden dürfen. Damit wird verhindert, dass die Schweizer Käsebranche durch die hierzulande hergestellten Kulturen konkurrenziert wird.

90'000 Kulturen in Flüssigform und 115'000 in Pulverform werden pro Jahr verkauft. Wobei für qualitativ hochwertigen Käse die flüssige Form bedeutend ist. Der grösste Teil der Kulturen, der von der Liebefelder Kulturen AG vertrieben wird, ist in Bio-Qualität. Dabei wird auf Booster - also praktisch Doping für Bakterien - verzichtet. Das hebt die Kulturen qualitativ von der Konkurrenz ab. Die Konkurrenz liegt im Ausland, besonders in Dänemark, wo deutlich höhere Produktions-Kapazitäten bestehen.

Durch den Swissness-Vorteil und die jahrelange Erfahrung und Qualität können sich die Liebefelder Kulturen trotz höheren Preisen behaupten. Und wer AOP-Käse herstellen will, muss gemäss Pflichtenheft die Schweizer Bakterien-Kulturen nützen.

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