21.09.2017 12:52
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wirtschaft
Sportgrossanlässe beeinflussen BIP
Im Zuge der Revision der BIP-Berechnung berücksichtigt das Bundesamt für Statistik (BFS) neu auch die Wertschöpfung aus internationalen Sportgrossanlässen. Die Auswirkungen sind beträchtlich - auch auf die neusten Konjunkturprognosen des Seco.

Die Schweiz beheimatet mit dem Weltfussballverband FIFA, dem europäischen Fussballverband UEFA und dem Internationalen Olympischen Komitee IOC die drei wichtigsten Sportverbände. Weil im vergangenen Jahr die Fussballeuropameisterschaft und die Olympischen Sommerspiele stattfanden, stieg die reale Bruttowertschöpfung der Branche «Kunst, Unterhaltung, Erholung und sonstige Dienstleistungen», die auch Dienstleistungen des Sports beinhaltet, um satte 13,4 Prozent.

Für den starken Ausschlag dürften laut dem Seco-Papier «Konjunkturtendenzen Herbst 2017» insbesondere die Einnahmen aus dem Rechteverkauf (Übertragungsrechte und kommerzielle Rechte) verantwortlich sein. Bereits 2014, als die Olympischen Winterspiele und die Fussballweltmeisterschaft stattfand, stieg die reale Bruttowertschöpfung der genannten Branche um 6,6 Prozent.

Obwohl die Branche lediglich 2 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) ausmacht, haben solch hohe Wachstumsraten einen substantiellen Effekt. 2014 erhöhte die Unterhaltungsbranche das BIP-Wachstum um 0,1 Prozentpunkte. 2016 wurde das Wirtschaftswachstum gar mit 0,3 Prozent nach oben gezogen.

Im Gegenzug macht sich in den Perioden zwischen einem Grossanlass der Wegfall der Rechteeinnahmen negativ bemerkbar, so geschehen im Schlussquartal 2016 und zu Beginn des laufenden Jahres. Laut Eric Scheidegger, Leiter der Direktion Wirtschaftspolitik beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) ist der Sondereffekt hauptverantwortlich für die Revision der BIP-Prognose 2017 von 1,4 Prozent im Juni auf neu 0,9 Prozent.

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