4.05.2016 11:15
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Steuern
Steuerwettbewerb: Schweiz weiterhin mit Spitzenrang
Die Schweiz ist für Unternehmen nach wie vor steuerlich sehr attraktiv. In Europa weisen einzig die Kanalinseln und einige osteuropäische Staaten tiefere Gewinnsteuersätze aus als die steuergünstigsten Kantone. Sollte jedoch die Unternehmenssteuerreform III scheitern, droht die Schweiz diese vorteilhafte Position und Steuereinnahmen zu verlieren.

Gemäss dem am Mittwoch publizierten «Swiss Tax Report 2016» des Beratungsunternehmens KPMG ist davon auszugehen, dass bereits ab einem Verlust von rund 20 Prozent des Steuersubstrats der von der Unternehmenssteuerreform III (USR III) direkt betroffenen Unternehmen die Einnahmen aus den Unternehmenssteuern in der Schweiz um mehrere Milliarden Franken einbrechen würde. KPMG errechnete für dieses Szenario ein Minus von 2,7 Milliarden Franken.

Bereits in diesem Fall würden die Steuerausfälle die gegenwärtig diskutierten Ersatzmassnahmen deutlich übersteigen, heisst es in der Mitteilung der KPMG. Der Bund rechnet gemäss der Botschaft des Bundesrates mit Kosten der USR III von 1,3 bis 1,6 Milliarden Franken je nach Ausgestaltung der Reform.

Mit dem aktuell geltenden Steuerregime belegt die Schweiz im internationalen Wettbewerb dagegen immer noch Spitzenplätze. Bei den Unternehmensteuern liegen die steuergünstigsten Kantone nur hinter den Kanalinseln und einigen ost- und südosteuropäischen Ländern zurück. Die härteste Konkurrenz mit vergleichbar hohen Steuersätzen seien jedoch Irland und die beiden Finanzplätze Hongkong und Singapur, heisst es in der Mitteilung.

Der diesjährige Steuerreport bestätigt gemäss KPMG den abgeflachten Abwärtstrend der jüngsten Vergangenheit bei den maximalen Gewinnsteuersätzen für Unternehmen. Während diese in den letzten zehn Jahre im Schweizer Durchschnitt um insgesamt 3,42 Prozentpunkte gesunken seien, sei für 2015 und 2016 nur noch eine durchschnittliche Reduktion um 0,01 respektive um 0,08 Prozentpunkte zu verzeichnen gewesen.

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