28.05.2020 13:05
Quelle: schweizerbauer.ch - pd
Graubünden
Wolf: Bauernverband will Jagdgesetz-Anpassung
"Was derzeit auf Wiesen und Weiden passiert,ist eine traurige Tatsache - verursacht durch den Wolf", schreibt der Bündner Bauernverband in einer Medienmitteilung. Der Vorstand macht sich stark für eine Anpassung der Gesetzesgrundlage.

Schon bevor die Alpsaison 2020 beginnt, erleben Nutztierhalter bedenkliche und schreckliche Momente und Bilder. Auf ihren Wiesen und Weiden werden immer mehr Nutztiere durch Wölfe gehetzt und gerissen und das in unmittelbarer Nähe von Dörfern und Siedlungen.

Die Scheu dieser Grossraubtiere, auch in bewohnte Gebiete vorzudringen sei weg, schreibt der Bünder Bauernverband. Weder korrekte Zäune noch Herdenschutz bringen die nötige Sicherheit für die Nutztiere. Trotz grossen Anstrengungen in materieller und finanzieller Sicht zum Schutz der Tiere durch die Besitzer werden immer mehr Tiere gerissen und getötet oder müssen schwer verwundet erlöst werden.

Alpwirtschaft auf Prüfstand

Die Wolfspopulation vergrössert sich in Graubünden aber auch schweizweit enorm und wird für Tierhalter aber auch für die Landbevölkerung zu einem grossen Problem mit weitreichenden negativen Auswirkungen. Die Situation, wie wir sie heute erleben, wird auch die Alpwirtschaft auf den Prüfstand stellen.

Vieles, was wir als lebendiges Kulturgut verstehen, ist unter diesen Umständen stark gefährdet. Die Situation zeigt aber auch auf, wie dringend nötig es ist, dass ein veraltetes eidgenössisches Jagdgesetz an die neuen Situationen angepasst wird. Die zuständigen Behörden müssen ein Instrument in die Hand bekommen, mit dem man die realen, schlimmen Zustände angehen kann, um das unsägliche und unnötige Blutvergiessen und Leiden von vielen Nutztieren zu verhindern.

Deshalb ruft der Vorstand des Bündner Bauernverbandes alle Kräfte auf, sich für eine der Zeit angepasste eidgenössische Gesetzesgrundlage einzusetzen, die Lösungen möglich macht. 

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