13.02.2020 16:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Agrarpolitik
8 Punkte für erfolgreiche AP
Am Donnerstag hat der Bundesrat die Botschaft zur Agrarpolitik 2022+ (AP22+) vorgestellt. Aus Sicht von Bio Suisse hat es die Landesregierung verpasst, Bio-Ziele oder einen Bio-Aktionsplan zu formulieren. Der Dachverband präsentiert acht Punkt für eine erfolgreiche Agrarpolitik.

Mehr Umweltschutz, mehr Effizienz, mehr Wert: Das sind die Ziele, die der Bundesrat mit der AP22+ erreichen will.

Für Bio Suisse hat es in der Botschaft zu wenig «Bio». Die Dachorganisation der Biobauern empfiehlt dem Parlament, Bio wie die meisten europäischen Länder gezielt mit einem Aktionsplan zu fördern. «Als einziges agrarökologisches System ist Bio gesetzlich definiert und wird gesamtbetrieblich und über die ganze Wertschöpfungskette angewendet. So können viele Nachhaltigkeitsziele gleichzeitig erreicht werden», schreibt Bio Suisse in einer Mitteilung. 

Mit einem «Aktionsplan Bio» sei es möglich, ein hoher Bio-Anteil anzustreben. Zudem werden dem Thema Bio in der Landwirtschaft, Schule und Forschung eine zentrale Stellung eingeräumt. Zudem könnten neune Märkte erschlossen. Bio Suisse nennt staatliche Kantinen und Gastrobetriebe. Zudem will Bio Suisse mehr Verantwortung und Gestaltungsspielraum bei den Bäuerinnen und Bauern und ihren Labelorganisationen. 

Bio Suisse will sich nach eingehender Analyse zu einzelnen Elementen der Botschaft äussern. Die Organisation listete 8 Punkte für einen erfolgreiche Agrarpolitik auf.

Acht Punkte 

• Bestehende agroökologische Systeme wie Bio mit umfassenden Aktionsplänen fördern
• Swiss Green Deal analog zum Europäischen Green Deal: Förderung klimafreundlicher Anbau, Bio-Konsum, Schutz vor Dumping durch Klima-Zölle.
• Nachhaltigen Konsum stärken, z.B. gezieltere Absatzförderung, Gastronomie
• AP 22+ als Innovationsmotor für Markt und Anbautechnik; unterstützen, was wirkt
• Initiativen ernstnehmen:
- Absenkung auf netto null bei Kunstdünger und chemisch-synthetischen Pestiziden; Förderung von Alternativen
- Mehr Tierwohl mit mehr Klima- und Umweltschutz verbinden
- Schule, Forschung, Bildung, Beratung neu ausrichten

• Soziales stärken, insbesondere durch Absicherung der mitarbeitenden Ehegatten
• Verhältnis zum Ausland aktiv gestalten: grenzüberschreitende Handelsbeziehungen nachhaltig und fair; UNO-Agenda, Klima- und Biodiversitätsvertrag als Chancen nutzen
• Gentechnik-Moratorium verlängern und nachhaltige Züchtungsstrategien umsetzen

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