21.01.2020 13:35
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
WEF
«Amerikanischer Traum ist zurück»
US-Präsident Donald Trump hat an seiner Eröffnungsrede am WEF in Davos ein tadelloses Bild der amerikanischen Wirtschaft gezeichnet. Sein Land habe ein «grosses Comeback» geschafft, sagte er mit Blick auf seine dreijährige Präsidentschaft. Die rund vierzigminütige Rede stand ganz im Zeichen seines Credos: «America first».

Rund zwei Drittel seines Vortrags widmete Trump verschiedenen Aufzählungen seiner ökonomischen Errungenschaften. Er habe vor zwei Jahren am WEF seine Visionen vorgestellt. Diese habe er mittlerweile umgesetzt, sagte Trump. «In den USA herrscht ein beispielloser Wirtschaftsboom.» Er als Präsident habe das Unternehmertum wieder ins Leben gerufen.

Eben erst abgeschlossene Handelsabkommen mit China, Mexiko und Kanada würden künftig dafür sorgen, dass sich der Aufschwung in den USA fortsetze. Er peile weitere Abkommen an, beispielsweise mit dem Vereinigten Königreich und dessen «wunderbarem Premierminister» Boris Johnson.

USA als Überflieger

Bereits heute könne er sagen, dass die Wirtschaft der USA saniert sei, sagte Trump. Nach der Präsidentschaft von Barack Obama sei das Land am Boden gewesen, sagte Trump. «Vor meiner Zeit war der Ausblick für die Weltwirtschaft düster.» Er habe es nun aber allen Zynikern gezeigt.

«Wir haben unsere Versprechen in die Tat umgesetzt», sagte der US-Präsident. Die USA habe eine Arbeitslosenquote so tief wie nie in den vergangenen fünfzig Jahren. Der Wohlstand für alle Amerikaner wachse, die Löhne wüchsen, auch für ärmere Leute. «Der amerikanische Traum ist zurück, grösser als jemals zuvor.»

«Zeit der Skepsis ist vorbei»

«Die Zeit der Skepsis ist vorbei», sagte der US-Präsident. Trump rief andere Länder dazu auf, sich ein Beispiel an den USA zu nehmen. Das «amerikanische Modell» werde die grössten Gewinne im 21. Jahrhundert erzeugen.

Trump bekräftigte, die Verhandlungen mit China über die zweite Phase des Handelsabkommens würden schon sehr bald beginnen. Die Beziehung der USA zu China sei «niemals besser» gewesen, fügte er hinzu. Präsident Xi trete für die Interessen Chinas ein, er für jene der USA. «Ansonsten lieben wir uns», sagt Trump.

Fed im Visier

Erneut nahm er die Notenbank Fed ins Visier. Die USA hätten seit seiner Wahl einen beispiellosen Wohlstand erreicht und eine Welle von Firmengründungen erlebt: «Und dies, obwohl die Fed die Zinsen zu schnell angehoben und zu langsam gesenkt hat», fügte er hinzu. 

Zuletzt war das Verhältnis zwischen dem US-Präsidenten und der politisch unabhängigen Notenbank immer wieder von Spannungen geprägt, da Trump sie zu massiven Zinssenkungen drängte. Zudem zweifelte Trump die Kompetenz der Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell an. Angesichts der Attacken Trumps hat Powell mehrfach auf die Unabhängigkeit der Notenbank verwiesen.

«Wir haben sauberste Luft»

Trump ging im zweiten Teil seiner Rede auch auf die Klimathematik ein. Die Erschliessung neuer Energieressourcen sei eines der obersten Ziele seines Landes, sagte er. Dazu gehörten auch nachhaltige Energien. Der US-Präsident kündigte an, dass die USA der «Trillion Tree Campaign» beitreten werde. Sein Land werde zahlreiche Bäume pflanzen.

Bereits heute gebe es in den USA die «sauberste Luft und das sauberste Trinkwasser», sagte Trump. Er widersprach damit zahlreichen Kritikern, die den USA Versagen im Kampf gegen den Klimawandel vorwerfen. Er wolle den «Propheten den Niedergangs, den Apokalyptikern» entgegentreten, sagte Trump.

Optimismus statt Schwarzmalerei

Trump sprühte zum Ende seiner Rede vor Optimismus. «Wir werden Technologien fördern, die ein glücklicheres und gesünderes Leben für alle ermöglichen.» Angst und Zweifel seien nicht gut, man sollte optimistischer nach vorne schauen, sagte Trump, ohne das Wort Klimawandel in den Mund zu nehmen.

WEF-Gründer Klaus Schwab würdigte den Auftritt Trumps vor und nach dessen Rede. Es sei eine Ehre, den US-Präsidenten «in den schönen Schweizer Alpen mit schönstem Sonnenschein» zu begrüssen. Das grosse Kabinett, das Trump begleite, zeige, wie wichtig der USA die globale Bühne sei.

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