14.07.2020 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Österreich
Bauern fordern Herkunftsbezeichnung
Der Tiroler Bauernbund ist für eine rasche Umsetzung verpflichtender Herkunftskennzeichnungen. Er fordert klare Angaben für Primärzutaten, Milch, Fleisch und Eier.

In den vergangenen Wochen ist deutlich geworden, wie wichtig die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln für Österreich ist. Bewusste Konsumenten haben sich stärker damit beschäftigt, woher ihr Essen kommt und suchen beim Einkauf gezielt nach einer präzisen Herkunfts- und Inhaltsangabe.

Mit der Lockerung der COVID-19-Massnahmen rückt nun die Verpflegung ausserhalb der eigenen vier Wände wieder mehr in den Fokus - ein Bereich, der seit Jahren kontinuierlich zunimmt. Dadurch gewinnt die jahrelange Forderung des Tiroler Bauernbundes nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung noch mehr an Relevanz und wird mit der neuen Grossflächen-Kampagne öffentlich thematisiert.

Transparenz bei der Herkunft ist wichtig

"Für mich steht ausser Frage, dass Regionalität die Zukunft ist: im Handel, im Haushalt, in öffentlichen Küchen und natürlich auch in der Gastronomie. Rund 200 Tiroler Betriebe aus der Gastronomie und Hotellerie leben diese Regionalität bereits und werden dafür von der Agrarmarketing als 'Bewusst Tirol'-Betriebe ausgezeichnet.

Und ich bin überzeugt, dass sie von diesem Bekenntnis zur Regionalität mehr denn je profitieren, auch wenn die Situation derzeit eine schwierige ist", erklärt Bauernbund-Obmann LH-Stellvertreter Josef Geisler. "Transparenz bei der Herkunft von Lebensmitteln ist wichtig und richtig, vor allem auch in öffentlichen Einrichtungen und in der Gemeinschaftsverpflegung.

Konsumenten können sich bis jetzt nicht bewusst entscheiden

"Wir wollen, dass in öffentlichen und privaten Gemeinschaftsverpflegungen, wie etwa Mensen, eine verpflichtende und simple Herkunftskennzeichnung für die Primärzutaten Milch, Fleisch und Eier eingeführt wird. Denn dort können sich die Konsumenten bis jetzt nicht bewusst nach der Herkunft ihrer Lebensmittel entscheiden, weil das System undurchsichtig ist und derzeit nicht angeführt werden muss, woher die verarbeiteten Lebensmittel kommen", betont auch Landwirtschaftskammer (LK)-Präsident Josef Hechenberger.

"Derzeit konsumieren viele Menschen importierte Lebensmittel, ohne es zu wissen. Eine transparentere Kennzeichnung ist im Regierungsprogramm klar vereinbart und soll 2021 kommen. Bundesminister Anschober ist gefordert, diese so rasch wie möglich umzusetzen", so Hechenberger weiter.

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