18.02.2020 18:14
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Österreich
Bauern-Protest für bessere Preise
Im österreichischen Marchtrenk bei Linz (A) haben Landwirte mit rund 70 Traktoren vor einem Verteilzentrum des Detailhändlers Spar protestiert. Sie fordern bessere Preise für ihre Produkte. -> Mit Video

Wie ORF Online berichtet, sind Bauern aus ganz Österreich angereist. Mit rund 70 Schleppern umkreisten sie das Gelände von Spar. Es handelte sich um einen österreichischen Ableger «Land schafft Verbindung». In Deutschland haben in den vergangenen zehntausende Bauern, organisiert von der Initiative «Land schafft Verbindung», protestiert 

Bessere Preise gefordert

Mit ihrer Aktion wollen die Bauern auf die tiefen Produzentenpreise aufmerksam machen. «Wir haben die höchste Qualität und die höchsten Standards weltweit und müssen mit Produkten aus der ganzen Welt konkurrieren, die billig, oft klimaschädlich und nicht tierfreundlich erzeugt werden», sagte Bauernsprecher Christian Tornehl zu ORF.

Um nachhaltig produzieren zu können, benötigten die Bauern entsprechende Preise. Man habe nun einmal angefangen mit einem Protest. Dies werde nicht der letzte bleiben, so Tornehl. Die Bauern haben ihre Forderungen an Spar überreicht. Insbesondere bei Milch, Fleisch und Getreide erwarte man bessere und insbesondere faire Preis, halten die Landwirte fest.

Spar will nicht mit Initianten sprechen

Die Detailhändlerin sieht sich zu Unrecht angeprangert. Spar zahle marktkonforme Preise und habe gute Gespräche mit der Landwirtschaft geführt. «Land schafft Verbindung» sei aber nicht der richtige Ansprechpartner, um über Preise zu diskutieren, sagte ein Sprecher von Spar. 

Die Initianten lassen sich nicht beirren. Sie wollen mit weiteren Detailhändlern das Gespräch suchen. Bisher zeigt sich aber nur Discounter Lidl gesprächsbereit. 

Zehntausende Bauern protestierten in Deutschland

In Deutschland richtet sich der Protest von «Land schafft Verbindung» gegen schärfere Vorgaben zum Insekten- und Umweltschutz sowie weitere Düngebeschränkungen zum Schutz des Grundwassers. Die Landwirte warnen vor einer Existenzgefährdung von Betrieben. Sie fordern von der Politik eine stärkere Einbeziehung bei neuen Umweltauflagen und wehren sich gegen «negative Stimmungsmache» gegen ihre Branche. 

Zehntausende Bauern haben in vielen deutschen Städten in den meisten Fällen friedlich auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Im Januar geriet eine Demo in Kritik, weil an einzelnen Traktoren rechtsextreme Banner aufgetaucht waren. Die Veranstalter distanzierten sich umgehend davon.

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