19.10.2020 12:04
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/hal
Dänemark
Dänemark verbietet Anbindehaltung
Die dänische Regierung hat das Aus für die Anbindehaltung bei Rindern beschlossen. Nach dem vergangene Woche von Landwirtschaftsminister Mogens Jensen vorgelegten Plan gilt ab dem Jahr 2027 ein generelles Verbot dieser Haltungsform.

Ökologisch wirtschaftende Rinderhalter müssen bereits bis 2024 vollständig aussteigen. Für Neubauten soll grundsätzlich sogar schon ab dem 1. Januar 2022 ein Anbindeverbot greifen, das voraussichtlich in einer novellierten dänischen Ökoverordnung festgeschrieben wird.

Ökologisch wirtschaftende Bestandsbetriebe mit einer Herde von bis zu 50 Tieren sollen jedoch eine zweijährige Übergangsfrist bekommen. Diese wird laut dem Agrarressort im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung erteilt, wobei die Landwirte dafür nachweisen müssen, dass auf ihrem Hof ansonsten ein «ausreichendes Tierschutzniveau» gewährleistet ist.

Jensen betonte die Notwendigkeit von Übergangszeiträumen für die Landwirte, die heute noch Anbindehaltung betrieben. Diese dürften nicht von einem Tag auf den nächsten ihren Lebensunterhalt verlieren. Mit der Kompromisslösung treibe man jedoch den Tierschutz in Dänemark voran und biete den Betrieben ausreichend Zeit, sich an die neuen Regeln anzupassen, sagte der Minister.

In der Schweiz stand  ein Verbot der Anbindehaltung bisher nie zur Diskussion. Im Frühjahr fragte der «Schweizer Bauer» Stefan Kohler, Geschäftsführer der Branchenorganisation Milch (BOM), ob die BOM den tierfreundlichen Anbindestall, kombiniert mit regelmässigem Auslauf im Freien (Raus), als langfristig erfolgreiches Rindviehhaltungsmodell in der Schweiz betrachtet. Die Antwort: «Absolut. Ich bin überzeugt, dass für unsere Strukturen der Anbindestall in Kombination mit Raus immer eine ebenso tierfreundliche Option bleiben wird.»  

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