6.12.2019 16:32
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Demo: 3000 Traktoren in Memmingen
In der süddeutschen Stadt Memmingen, unweit der Schweizer Grenze, haben am Donnerstagabend über 4000 Personen demonstriert, um auf die Missstände in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen. -> Mit Video

In Memmingen war man auf die Demo vorbereitet. Die Feuerwehr begann ab 15 Uhr, Strassen zu sperren, damit die Schlepper freie Fahrt hatten.

«no Farmers, no Food, no Future»

Schlussendlich zählte die Polizei rund 3000 Traktoren in der Stadt im Osten des Bundeslandes Bayern. Die Bauernbewegung «Land schafft Verbindung» hatte zu einer Protestveranstaltung eingeladen. Die Bauern haben auf die Missstände in der Landwirtschaft aufmerksam gemacht.

An ihren Traktoren hatten sie Schilder wie «Wir haben genug» der «no Farmers, no Food, no Future» angebracht, berichtet die «Augsburger Allgemeine». Immer neue Verordnungen und Regelungen würden die Landwirtschaft unrentabel, wenn nicht sogar unmöglich, kritisierten die Bauern. 

Mehr Mitspacherecht gefordert

«Wir Bauern benötigen eine zukunftsfähige und nachhaltige Agrarpolitik, die nicht auf unserem Rücken ausgetragen wird», sagte Andreas Bertele vom Veranstalter «Land schafft Verbindung». Die Bauern fordern zudem mehr Mitspracherecht bei der Gesetzgebung und eine Politik, die kleine, bäuerliche Betriebe fördere, sagte Bertele zum bayerischen Rundfunk. Kleiner Familienbetriebe könnten wegen den Auflagen oft nicht mehr wirtschaftlich arbeiten.

Ein andere Redner forderte ein Importstopp für Lebensmittel, welche nicht die deutschen Auflagen erfüllen. Im Detailhandel seien die Magen um ein Vielfaches höher als bei den Bauern, kritisierter ein weiterer Redner. 

Landwirte warnen vor Existenzgefährdung

Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) kündigte an, mehr mit den Bauern zusammenzuarbeiten. Sie bat aber um Geduld. Für viele Vorschriften und Auflagen seien die politischen Wettbewerber verantwortlich.

In den vergangenen Wochen hatte es bereits in mehreren anderen Städten entsprechende Aktionen der Landwirte gegeben. Der Initiative «Land schafft Verbindung» haben sich Zehntausende Landwirte aus ganz Deutschland angeschlossen. Der Protest richtet sich gegen geplante schärfere Vorgaben zum Insekten- und Umweltschutz sowie weitere Düngebeschränkungen zum Schutz des Grundwassers. 

Die Landwirte warnen vor einer Existenzgefährdung von Betrieben. Sie fordern von der Politik eine stärkere Einbeziehung bei neuen Umweltauflagen und wehren sich gegen «negative Stimmungsmache» gegen ihre Branche.

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