17.02.2020 18:04
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
EU
EU-Kleinbauern befürchten Kürzungen
Die gemeinsame Agrarpolitik ist der grösste Budgetposten der Europäischen Union. Kleinbauern wie Guillaume Fastré aus dem belgischen Namur fürchten sie vor Kürzungen, wie der TV-Sender «Euronews» berichtet. Für sie sind die Zahlungen aus Brüssel elementar. -> Mit Video

Die EU will beim Agrarbudget für die Jahre 2021 bis 2027 Kürzungen vornehmen. Der polnische EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski will sich dagegen wehren. 

Ohne Hilfen sind Betriebe in Gefahr

«Unsere Aufgabe ist, es den EU-Agrarhaushalt vor den Kürzungen, welche die EU-Kommission vorsieht, zu schützen», sagte er im Januar an der Grünen Wochen in Berlin. Mit fast 40 Prozent ist die Agrarpolitik der grösste Posten des gesamten EU-Haushalts.

Die Kürzungsvorschläge aus der EU machen den Kleinbauern Sorgen. Auch Guillaume Fastré, der im belgischen Namur einen Betrieb führt. Ohne die EU-Hilfen, so fürchtet er, ist die Zukunft seines Betriebs bedroht, sagt er zu «Euronews».

Beihilfen grösser Einkommen

Die Beihilfen seien grösser als sein jährliches Einkommen. Für den Landwirt heisst das: keine Beihilfen, wenig Gehalt. Sollten die Kürzungen Tatsache werden, müsste er einen Job ausserhalb der Landwirtschaft suchen. Das Bauern wäre dann nur noch ein Hobby. Werden nun die Gelder gekürzt, ist ein Produktionsmodell gefährdet, jenes von kleineren Betrieben. Fastré führt einen Hof, der ohne EU-Unterstützung nicht überleben kann. Für ihn ist klar: Betriebe wie seiner hätten künftig keine Chance mehr. 

Die Agrarpolitik sei aber auch dazu da, Landwirtschaft als Familienbetrieb im Respekt der Umwelt und der Heimatregion zu schützen, meint Fastré. Um die von der Politik vorgegebenen Umweltziele zu erreichen und wettbewerbsfähig zu bleiben, brauche es Investitionen in Geräte. Dies koste Geld.

Deshalb sind die Beratungen über die Höhe des EU-Agrarbudget für Kleinbauern wie Fastré von zentraler Bedeutung. Gemäss «Euronews» sind 2005 ein Viertel der Jobs in der Landwirtschaft verschwunden. Die gemeinsame Agrarpolitik hat auch das Ziel, die Zukunft der Branche für künftige Generationen sichern. Momentan sind nur rund fünf Prozent der Bauern jünger als 35.

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