27.09.2019 08:41
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
EU
Gentechnik: Zunehmender Widerstand
Der Umweltausschuss im Europaparlament stimmt gegen die Zulassung von gentechnisch veränderten Mais- und Sojasorten. Die Abgeordneten befürchten Risiken für die Umwelt und fordern ein Mitspracherecht bei GVO-Zulassungen.

Die jüngst von der EU-Kommission genehmigten Maissorten und die Sojasorte A2704-12 stossen im Umweltausschuss des EU-Parlaments auf Widerstand.

In einer Erklärung fordern die Abgeordneten, dass die Zulassungen zurückgenommen werden. Die Erklärung erhielt mit 50 Ja-Stimmen und 15 Ablehnungen eine deutliche Mehrheit im Ausschuss. Im Oktober schliesst sich voraussichtlich auch das Plenum des Europaparlaments an. "Unsere Bauern dürfen nicht von internationalen Saatzucht-Grosskonzernen abhängig werden, die versuchen, mit ihren Gentechnikpflanzen den Markt zu beherrschen", bekräftigte Alexander Bernhuber, Umweltsprecher der ÖVP im Europaparlament. 

Die Abgeordneten fordern, dass keine GV-Sorten mehr ohne die Zustimmung einer qualifizierten Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten zugelassen werden. Ausserdem kritisieren sie die Risikobewertung der GV-Sorten durch die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA). Nach ihrer Ansicht müssen die Risiken der Pflanzenschutzmittel genauer unter die Lupe genommen werden, gegen die die GV-Sorten tolerant sind, etwa von dem in der EU nicht mehr erlaubten Glufosinat.

Ausserdem befürchten die Abgeordneten die Abholzung des tropischen Regenwaldes durch den Anbau von GV-Soja in Brasilien. Die EU-Kommission beruft sich bei ihrer Zulassung dagegen auf die positive Stellungnahme der EFSA. 

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